Virtuelle Währung
Kommt bald das Scotpound?

Die Schotten müssen sich vom Pfund loseisen, um glücklicher zu werden – und eine digitale Währung einführen. Das zumindest glaubt eine Denkfabrik aus London. Die Schottische Nationale Partei wittert ihre Chance.

LondonDie Experten der Londoner Denkfabrik New Economics Foundation beschäftigen sich seit schon einigen Jahren mit dem menschlichen Wohlbefinden, mit den Zusammenhängen zwischen Glück und Geld und damit, dass mit Reichtum allein nicht zufriedener macht. Dafür haben sie den Happy-Planet-Index entwickelt, bei dem zuletzt Länder wie Costa Rica und Vietnam ganz vorne lagen.

Bei einem neuen Vorschlag ist der Think Tank jetzt etwas anders vorgegangen. Die Mitarbeiter haben sich offenbar überlegt, wie man einem Land, das eher im Mittelfeld gelandet ist, zumindest teilweise zu mehr Glück verhelfen kann. Das Ergebnis: Schottland, das Land der Kilts, Tartan-Muster und Highlands, brauche eine neue digitale Währung, den sogenannten ScotPound.

Das hätte eine ganze Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen, heißt es in dem Vorschlag der New Economics Foundation – allen voran: Schottland würde die Angst vor einem Verlust des britischen Pfund verlieren, die eine entscheidende Rolle bei der Abstimmung über die Unabhängigkeit im vergangenen Jahr gespielt hätte.

Diese Idee hat die Denkfabrik eigentlich bereits vor gut einem Monat entwickelt. Doch jetzt erst hat George Kerevan, ein Abgeordneter der schottischen Nationalpartei SNP, den Vorschlag aufgegriffen. „Ich bin dafür zu experimentieren“, sagte er BuzzFeed News. Wenn man Menschen davon überzeugen wolle, dass es Alternativen zum Pfund gebe, dann müsse man dies den Menschen vorführen und zeigen statt einfach nur darüber zu debattieren.

Einige konkrete Details, wie das funktionieren kann, hat die New Economics Foundation bereits beschrieben. So solle jeder Schotte zu Beginn 250 ScotPound bekommen. Die neue Währung solle vor allem über eine Mobiltelefon-App von einem Konto zum nächsten transferiert werden, wenn man damit Produkte kaufe oder Services bezahle. Wer das nicht über das Handy erledigen wolle, der könne stattdessen eine Stimmenerkennungstechnologie nutzen, um ScotPound zu überweisen.

Das Projekt würde das Verständnis der Menschen, wie Geld funktioniere, erhöhen, argumentiert die Denkfabrik. Und noch ein weiterer Vorteil käme hinzu: Schottland könnte sich als weltweit führend in Sachen Finanzinnovationen darstellen.

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