Virtuelle Währungen
Bafin geißelt Bitcoins

Die Bonner Behörde hat die Cyber-Münzen zwar als Zahlungsmittel akzeptiert – doch so richtig anfreunden können sich die Aufseher mit Bitcoins doch noch nicht. In einem Bericht sezieren die Experten das Internetgeld.
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Düsseldorf Tiefschürfender hatte sich die Bafin bislang noch nicht zur Internet-Währung Bitcoin geäußert. Auf ihrer Webseite veröffentlichte die Behörde am Donnerstag eine „aufsichtliche Bewertung“. Tenor: Bitcoins bergen große Risiken. Diese seien zwar für sich genommen auf dem Finanzmarkt nicht neu. Wegen der „spezifischen Struktur“ der Cyber-Taler würden sich die Risiken für die Nutzer jedoch häufen, heißt es. Neben Sicherheitslücken merkten die Aufseher an, dass Transaktionskosten für Bitcoins in Zukunft steigen könnten.

Die Internet-Währung gilt auch deshalb als zukunftsfähiges Zahlungsmittel, weil Überweisungen weniger kosten und schneller gehen, als das bei Banken und anderen Bezahldiensten, wie etwa PayPal, der Fall ist. Die Bafin folgt mit ihrer Analyse nun anderen Regulatoren weltweit, die sich ebenfalls in den vergangenen Monaten mit den Cyber-Münzen beschäftigt haben.

Es zeigt sich: Die Finanzaufseher nehmen den Aufstieg des Internetgeldes, das durch keine Zentralbank gestützt ist, durchaus ernst. Der Bitcoin-Kurs stürzte an der Börse Mt. Gox in dieser Woche wegen des Verbots in China von 1200 US-Dollar auf 700 Dollar – solche Kurssprünge waren in der Vergangenheit nicht ungewöhnlich.

Experten sagten dem Handelsblatt, dass 80 Prozent der Bitcoin-Transaktionen auf Spekulation – etwa auch von Hedgefonds und Bankern – zurückzuführen seien. In Dänemark stellte die Finanzaufsicht fest, dass sie Unternehmen den Aufbau einer Bitcoin-Plattform nicht verbieten könne.

In Norwegen hat die Regierung die Münzen mit einer Kapitalertragssteuer versehen, weil die Münzen „nicht unter die gängige Definition von Geld“ fielen. In China untersagte die Zentralbank Transaktionen mit Bitcoins und auch die European Banking Authority (EBA) warnte zuletzt vor den Risiken.

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Bitcoins könnten teurer werden

Kommentare zu " Virtuelle Währungen: Bafin geißelt Bitcoins"

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  • In diesem Artikel wird wieder einmal vieles zusammengewürfelt. Bitcoins sind weder Ersatz für PayPal noch sind Bitcoins unsicher. Was eindeutig erst am Entstehen ist, ist eine Infrastruktur, die man rund um eine Währung noch braucht wie Trustcenter, sichere Online-Wallets usw. Richtig ist: Niemand sollte heute Geld in Bitcoins wandeln, das er morgen zum Leben braucht. Langfristig werden sich Bitcoins durchsetzen, weil man sie einerseits nicht verbieten kann, ohne das Internet abzuschalte,n und weil andererseits das System völlig neue Möglichkeiten und großen Nutzen bietet. Somit kann man erwarten, aller Kritik zum Trotz, hier etwas am Entstehen ist, was die Finanzwelt nachhaltig verändern wird.

  • „Was Anlagen in das Luftgeld Euro angeht, wäre ich vorsichtig: Wegen der beliebigen Erzeugbarkeit und des extremen Leveragings und Intransparenz des Marktes sind diese sicherlich nicht risikoarm“

  • Na, wenn jetzt so ziemlich ALLE systemkonformen Medien vor Bitcoins warnen, dann wird es Zeit sich mit diese Waehrung, die uebrigens objektiv gesehen, absolut die gleichen Parameter haben als die Fiat Waehrungen, auszustatten!
    Hier gibt es noch nicht so viele Systemlinge, die ausgefeilte und abgestimmte Methoden entwickelt haben, alles zu manipulieren was zu manipulieren ist!

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