Volksabstimmung in Venezuela wirkt sich auf Ölpreis aus
Börsen als Spiegelbild des Ölpreises

Wie ein Seismograf reagieren die Börsen derzeit auf die Entwicklung des Ölpreises und die Wahlen in Venezuela. Nie zuvor hatte eine Abstimmung in dem südamerikanischen Land so großen Einfluss auf die Kapitalmärkte gehabt.

Barometer:


Wie ein Seismograf reagieren die Börsen derzeit auf die Entwicklung des Ölpreises und die Wahlen in Venezuela. Nie zuvor hatte eine Abstimmung in dem südamerikanischen Land so großen Einfluss auf die Kapitalmärkte gehabt.

Wahlen und Aktien:


Noch am Montagmorgen fielen die Aktienkurse in Europa auf Jahrestiefststände, weil das Schicksal des amtierenden Staatspräsidenten Hugo Chávez unsicher schien. Als ihn dann aber erste Hochrechnungen vorne sahen, schossen große Indizes wie Euro Stoxx 50 und Deutscher Aktienindex (Dax) ins Plus. Investoren verbinden damit die Hoffnung, dass Chávez drohende Massenstreiks abwendet und künftig eine stetige Ölversorgung sichert. Kaum erreichten wiederum Spekulationen die Märkte, wonach das Wahlergebnis noch keineswegs von allen Parteien Venezuelas akzeptiert ist, verloren die Börsen wieder an Terrain.

Spiegelbild:


Doch nicht nur gestern regierte Öl die Märkte. Seit Wochen beeinflussen kaum noch Unternehmensdaten und Zinspolitik die Börsen. Stattdessen bewegen sich Öl- und Aktienpreise spiegelbildlich zueinander (siehe Chart). Die Gründe liegen auf der Hand: Je teurer der Rohstoff notiert, desto mehr steigen die Kosten für viele Unternehmen. Chemie- und Luftfahrtkonzerne leiden besonders unter hohen Ölpreisen, weil sich die Herstellung bzw. das Kerosin verteuern.

Historie:


Seitdem die Ölnotierungen die 40-Dollar-Schwelle überschritten haben, leiden aber auch Aktien aller anderen Branchen. Viele Investmenthäuser halten die starke Korrelation zwischen Öl und Aktienkursen zwar für übertrieben und kurzsichtig – zumal die Firmengewinne zulegen. Doch die Historie gibt den Börsen Recht: Fast allen Rezessionen in den vergangenen 30 Jahren waren deutlich höhere Ölpreise vorangegangen. Das gilt besonders für den größten Ölverbraucher USA. Markanteste Beispiele sind die großen Ölpreisschocks von 1973 und 1979.

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