Volkswagen und Dieselgate US-Investoren bereiten Musterverfahren gegen VW vor

In Deutschland werden angelsächsische Anleger wohl noch in dieser Woche gegen Volkswagen vor Gericht ziehen. Ein Kapitalanlegermusterverfahren wird gerade vorbereitet, Wolfsburg droht also neuer Ärger.
In Deutschland sind Klagen gegen den Autohersteller geplant. Quelle: dpa
Volkswagen

In Deutschland sind Klagen gegen den Autohersteller geplant.

(Foto: dpa)

FrankfurtAngelsächsische Profi-Anleger werden in Kürze in Deutschland gerichtliche Schritte gegen Volkswagen wegen der Abgas-Manipulationen auf den Weg bringen. Dabei sollen die Forderungen von 66 institutionellen Investoren – hauptsächlich aus den USA und Großbritannien – über ein Kapitalanlegermusterverfahren gebündelt werden. „Die Schadenersatzansprüche belaufen sich auf einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag“, sagte Klaus Nieding von der Kanzlei Nieding und Barth am Montag gegen über dem Handelsblatt. Der Antrag auf ein solches Verfahren, das den US-Sammelklagen ähnelt, soll noch in dieser Woche eingereicht werden. Dabei führt ein Anleger, der einen hohen Verlust erlitten hat, stellvertretend für alle übrigen Kläger den Prozess. Um wen es sich dabei handelt, wollte Rechtsanwalt Nieding nicht sagen.

Das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) soll geschädigten Anlegern die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen erleichtern, indem es Musterverfahren wegen falscher, irreführender oder unterlassener öffentlicher Kapitalmarktinformationen ermöglicht. Nachdem die US-Umweltschutzbehörde EPA im vergangenen September Manipulationen der Abgaswerte bei verschiedenen VW-Modellen öffentlich gemacht hatte, erlitten die Aktionäre des zweitgrößten Autobauers der Welt heftige Wertverluste.

Das sind die großen Gewinner am deutschen Automarkt
Platz 10: Nissan
1 von 10

Der kompakte Qashqai (Foto) der Japaner gehört in seinem Segment zu den Bestsellern. Aber auch Kleinwagen von Nissan wie der Micra schlagen sich im Branchenvergleich gut. Im Gesamtjahr 2015 verkaufte Nissan 69.835 Fahrzeuge – ein Zuwachs von 11,7 Prozent.

Quelle: KBA

Platz 9: Volvo
2 von 10

Mit dem neuen Riesen-SUV XC90 (Foto) gewann Volvo schon im ersten Halbjahr 2015 ordentlich an Fahrt. Auch am Ende des Jahres gehören die Schweden mit 36.120 verkauften Fahrzeugen und einem Plus von 13,2 Prozent gegenüber 2014 zu den Gewinnern.

Platz 8: Porsche
3 von 10

Der Sportwagenbauer hat mit dem kompakten Macan (Foto) einen neuen Bestseller im Angebot und ist dabei auch noch außergewöhnlich profitabel. Mittlerweile erwirtschaften die Schwaben sogar mehr Gewinn als die VW-Kernmarke der Mutter Volkswagen. 28.543 Luxuskarossen wurden 2015 neu zugelassen, Porsche verkaufte damit 17,1 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 7: Jaguar
4 von 10

Mit Jaguar folgt die nächste Luxusmarke im Ranking. Für Jaguar Land Rover erwies sich vor allem der Jahresabschluss als erfolgreich: Erst spielte der neue Jaguar C-X75 (im Bild mit „Ms. Moneypenny“-Schauspielerin Naomi Harris) eine Hauptrolle im jüngsten James-Bond-Abenteuer „Spectre“, dann wurden allein im Dezember doppelt so viele Fahrzeuge der Wildkatzenmarke verkauft wie im selben Zeitraum 2014. Insgesamt setzten die Briten 4.987 Sportwagen in Deutschland ab ein Plus von 17,9 Prozent.

Platz 6: Mini
5 von 10

Anfang des Jahres wurde der Mini runderneuert – und das neue Gesicht des Klassikers entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Die BMW-Marke schlug sich in der Folge auch bei den Neuzulassungen außergewöhnlich gut: 39.714 Fahrzeuge entsprechen einem Zuwachs von 19,7 Prozent.

Platz 5: Land Rover
6 von 10

Die Briten profitieren vom grassierenden SUV-Boom. Die schweren Jungs von der Insel verkaufen sich auch in Deutschland blendend: 18.216 Neuzulassungen konnte Land Rover 2015 verbuchen, 24,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Platz 4: Lexus
7 von 10

Die Nobelmarke von Toyota ist weiterhin ein absoluter Exot in Deutschland. So lange das Volumen nicht weiter deutlich steigt, wird wohl niemand außer den Japanern die jüngsten Erfolge, wie den SUV NX, wirklich zur Kenntnis nehmen. So gab es zwar 26,7 Prozent mehr Zulassungen als im Vorjahr, der vierthöchste Wert im Ranking. Real entsprach diese Steigerung aber nur 1.682 an den Mann gebrachten Fahrzeugen.

Nieding sieht nach eigenen Angaben „sehr gute Erfolgsaussichten“ für Schadenersatzklagen, auch wegen der Einbindung von Kooperationspartnern in Deutschland und den USA. Hierzulande arbeitet Nieding mit der Kölner Kanzlei Müller Seidel Vos zusammen, in den USA mit Robbins Geller Rudman & Dowd.  So erhalte man auch einen guten Einblick in die Informationslage jenseits des Atlantiks, ergänzte Nieding. Er sieht bei VW einen eindeutigen Verstoß gegen die Veröffentlichungspflichten auf der Grundlage des Paragraphen 37 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Darin heißt es: „Unterlässt es der Emittent von Finanzinstrumenten, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, unverzüglich eine Insiderinformation zu veröffentlichen, die ihn unmittelbar betrifft, ist er einem Dritten zum Ersatz des durch die Unterlassung entstandenen Schadens verpflichtet …“. Eine Stellungnahme von VW stand bis zum Montagmittag noch aus.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Weitere Verfahren geplant
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Volkswagen und Dieselgate - US-Investoren bereiten Musterverfahren gegen VW vor

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%