Volkswirte prognostizieren im nächsten Jahr deutliche Aufwertung – Rückschlag für die exportabhängige Wirtschaft befürchtet
Schweizer Franken gilt als unterbewertet

Der Schweizer Franken ist unterbewertet. Zu dieser Ansicht kommen die Chefvolkswirte einiger Schweizer Banken. Mit Blick auf das kommende Jahr erscheint ihnen deswegen eine Aufwertung innerhalb der nächsten sechs Monate wahrscheinlich.

ZÜRICH. Derzeit liegt der Kurs bei rund 1,53 Schweizer Franken, die für einen Euro fällig werden. Tendenz: eher fallend. Damit bestätigt sich die Prognose der Chefvolkswirte noch nicht. Im Gegenteil: Nach der Bemerkung des Schweizer Notenbankpräsidenten Jean-Pierre Roth in der vergangenen Woche, wonach die schwächere weltweite Konjunktur und die Dollar-Schwäche den Rhythmus von Zinsanpassungen in einigen Ländern aufschieben könnten, gab der Franken erst einmal nach. Die Schweizer Zentralbank hatte zuvor die Zinsen in diesem Jahr angehoben – zuletzt auf 0,75 Prozent.

Alfred Roelli, für die volkswirtschaftlichen Einschätzungen bei der Genfer Privatbank Pictet zuständig, hält dennoch langfristig einen Kurs von 1,41 Schweizer Franken, die für einen Euro gezahlt werden müssen, für angemessen. Zur Jahresmitte 2005 wird sich der Franken nach seiner Einschätzung bei einem Wert von 1,51 Franken gegenüber dem Euro einpendeln.

Auch Roellis Kollege Alfred Hinder von der Zürcher Bank Leu glaubt an eine Aufwertung der Schweizer Währung. Schon allein wegen der Notwendigkeit, die die Notenbanken verspüren, ihr Geld in verschiedenen Währungen anzulegen, werde der Kurs des Frankens steigen. Klaus Wellershoff, Chefvolkswirt der Schweizer Großbank UBS, hält einen Kurs von 1,49 Franken pro Euro im nächsten Jahr für realistisch.

Die Aufwertung wird sich nicht nur gegenüber dem Euro durchsetzen, sondern auch gegenüber dem Dollar, glauben die Volkswirte. Als Grund nennen sie das hohe Defizit der USA in ihrer Leistungsbilanz. Zwar existiert dieses Defizit schon lange. Bislang half die US-Notenbank durch ihre Zinspolitik, das Defizit zu finanzieren. Indem sie die Zinsen Schritt für Schritt erhöhte, sorgte die Notenbank dafür, dass Geldanlagen in den USA attraktiver wurden. Inzwischen sei die Erhöhung der Zinsen jedoch „eingepreist“ und führe nicht mehr länger dazu, dass noch mehr Kapital in die USA wandere, heißt es aus der Analyse-Abteilung der Credit Suisse Gruppe.

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