Von Dollar, Euro, Yen und Won dominiert
Chinas neuer Währungskorb birgt Überraschungen

China hat erstmals seit dem Ende der festen Dollar-Bindung des Yuan Einzelheiten zu dem Währungskorb veröffentlicht, an den die Landeswährung gekoppelt ist.

dpa-afx PEKING. Der Korb werde vom Dollar, dem Euro, dem japanischen Yen und dem südkoreanischen Won dominiert, sagte Notenbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan am Mittwoch. Zusätzlich seien auch das britische Pfund, der Singapur-Dollar, der russische Rubel, der Ringgit aus Malaysia, der thailändische Baht und der kanadische Dollar darin. Angaben über die Gewichtung und mögliche weiteren Währungsbestandteile machte der Notenbanker nicht.

In einem weiteren Schritt zur Liberalisierung des Yuan wurde Banken erlaubt, sich künftig stärker gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Die Zentralbank genehmigte, Terminkontrakte auf den Yuan zu handeln und Devisen-Swapgeschäfte zu tätigen. Die Zentralbank eröffnete am Mittwoch in Schanghai ein zweites Hauptquartier.

Mit der Verlagerung der Aufsichtsorgane in die Finanz- und Geschäftsmetropole will die Zentralbank künftig näher an den Märkten operieren, während die Zentrale in Peking vor allem politisch tätig bleiben wird. Innerhalb von drei Jahren sollen in Schanghai etwa 700 Mitarbeiter arbeiten. Ihr Chef wird Vizezentralbankchef Xiang Junbo, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Experten zeigten sich überrascht, dass Rubel, Won und Ringgit in den Währungskorb aufgenommen wurden. Ebenfalls überraschend sei, dass der taiwanesische Dollar offensichtlich nicht enthalten sei.

Volkswirtin Amy Auster von der ANZ Bank spielte die Bedeutung dieser Währungen aber herunter. "Was einige exotischere Währungen anbelangt, so sind diese zwar in dem Korb, werden ihn aber nur minimal beeinflussen", sagte Auster. Referenzwährung bleibe der Dollar. Dies sei nicht verwunderlich, da mehr als die Hälfte der Exporte Asiens auf Dollar-Basis abgewickelt würden.

Den Anteil von Euro und Yen am Währungskorb schätzt die Expertin auf jeweils zehn bis 20 Prozent, der des Won liege etwas darunter. Die anderen Währungen sollten etwa zwei Prozent ausmachen.

Das Land hatte im Juli die feste Bindung des Yuan an den US-Dollar beendet und stattdessen in engen Grenzen an einen Währungskorb gebunden. Bisher war lediglich bekannt, dass neben dem US-Dollar auch der Euro und der Yen im neuen Korb sind, wobei die Anteile aber unklar blieben.

Mit dem Ende der Dollar-Bindung hatte China seine Währung um rund zwei Prozent aufgewertet. Die Industrieländer hatten China wiederholt zu mehr Flexibilität im Währungssystem aufgefordert. Vor allem die USA hatten Druck gemacht, da sich die US-Industrie durch billige chinesische Importe benachteiligt sieht.

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