Vor allem Rohöl und Kupfer treiben die Indizes an
Rohstoffpreise steigen auf 24-Jahres-Hoch

Die Preise für Rohstoffe sind Ende vergangener Woche auf den höchsten Stand seit 24 Jahren gestiegen. Der Reuters-CRB-Index, der die Preise von 19 Rohstoffen abbildet, kletterte am Freitag im Handelsverlauf auf 324,67 Punkte – den höchsten Stand seit Dezember 1980. Der Index schloss bei 322,96 Punkten.

Bloomberg/HB NEW YORK. Der Rekord markiert den vorläufigen Höhepunkt einer dreiwöchigen Rally an den Rohstoffmärkten, während der die Preise von Rohöl, Benzin, Erdgas und Kupfer kräftig anzogen. Seit Ende Juli ist der CRB-Index um mehr als sieben Prozent gestiegen. Angetrieben von der wachsenden Nachfrage aus Indien und China verteuerten sich Rohstoffe seit Jahresbeginn um 14 Prozent.

Die beiden Schwellenländer „sind die treibende Kraft hinter der Rally, weil in ihnen neue Konsumenten in die Weltmärkte gezogen werden“, sagt der Volkswirt Dennis Gartman, der seit 20 Jahren den täglichen Börsenbrief „Gartman Letter“ herausgibt. Neue Arbeitskräfte in China und Indien beschleunigten die Nachfrage nach Energie, Nahrungsmitteln und anderen Rohstoffen, sagt er. Vor allem Kupfer und Öl seinen die fundamentalen Bausteine der Wirtschaft.

Der Brent-Ölpreis stieg am Freitag zum fünften Mal in Folge an und erreichte 68,05 Dollar pro Barrel (159 Liter). Der Preis für Erdgas kletterte auf den höchsten Stand seit Januar 2001, weil die starke Nachfrage die Lagerbestände schrumpfen lässt. Erdgas-Terminkontrakte für September kosteten an der an der Rohstoffbörse New York Mercantile Exchange am Freitag 9,59 Dollar pro einer Mill. britischer Wärmeeinheiten (1055 Jule).

Kupfer-Kontrakte zur Lieferung im September verteuerten sich auf Wochensicht um 1,6 Prozent – der sechste wöchentliche Anstieg in Folge. Das Pfund Kupfer notierte bei 1,68 Dollar. Antriebsmotor für den Kupferpreis ist ebenfalls die Nachfrage aus China und Indien. In den ersten vier Monaten des Jahres verbrauchte China 3,1 Prozent mehr Kupfer als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, in Indien stieg die Nachfrage sogar um zwölf Prozent, ergab eine Erhebung der Internationalen Kupfer-Studien-Gruppe (ICSG) in Lissabon. China ist schon heute weltgrößte Kupferkäufer.

Experten rechnen damit, dass das Wirtschaftswachstum in Indien und China die Rohstoff-Nachfrage weiter beschleunigen wird. Damit dürften auch die Preise auf hohem Niveau bleiben.

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