Vor dem Referendum
Schotten halten Notenbank und Finanzaufsicht in Atem

Die potenzielle Abspaltung Schottlands sorgt für Unsicherheit, auch im britischen Finanzgeschäft. Die Finanzaufsicht spielt den Ernstfall durch. Das Pfund zeigt sich indes labil, selbst Zinspläne der Notenbank verpuffen.
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FrankfurtDie britische Finanzaufsicht FCA hält für den Fall eines erfolgreichen Referendums zur Unabhängigkeit Schottlands einen Plan B bereit. „Wir haben dafür grundsätzlich Vorkehrungen getroffen“, sagte FCA-Chef John Griffith-Jones am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss. Vor der Abstimmung am 18. September liegen Unabhängigkeitsbefürworter und Gegner Umfragen zufolge Kopf-an-Kopf. Zuletzt lag das Lager der schottischen Nationalisten in einer Studie sogar erstmals vorn, was an den Märkten für Unsicherheit sorgte.

Ein eigener Staat würde aber auch bei einem Ja der Schotten erst nach einer Übergangszeit kommen: voraussichtlich im März 2016. Griffith-Jones sagte, für den Fall müsste dann Schottlands Parlament den Rahmen für die künftige Aufsicht des eigenen Finanzmarkts abstecken.

Der Regulierungsbehörde FCA gehe es in ihren Eventualplänen zunächst darum, als Ansprechpartner der Öffentlichkeit zu dienen - auch am Telefon. Die britische Großbank Lloyds prüft Insidern zufolge bereits eine Verlegung des Konzernsitzes, falls die Schotten für die Unabhängigkeit von Großbritannien stimmen. Statt Edinburgh würde der Geschäftssitz dann möglicherweise in London angesiedelt. Lloyds habe wie die Royal Bank of Scotland (RBS) schon mit der britischen Notenbank darüber beraten, sollte es nach dem Referendum am 18. September zur Abspaltung kommen. Experten hatten davor gewarnt, dass die Bank of England dann nicht mehr für schottische Kreditinstitute zuständig sei. Sowohl Lloyds als auch RBS wurden in der Finanzkrise mit Steuer-Milliarden gerettet.

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