Vor dem Treffen in Jackson Hole
Spekulanten setzen auf starken Euro

Beim Treffen der wichtigsten Notenbanker der Welt steht für Investoren das Währungsthema im Fokus. Die Zahl der Wetten auf einen steigenden Euro liegt auf Rekordniveau. Doch die Finanzprofis könnten sich irren.
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DüsseldorfVor drei Jahren war das Treffen der wichtigsten Notenbanker der Welt in der US-Stadt Jackson Hole ein historisches Ereignis: Damals leitete Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), den Beschluss ein, massiv Anleihen zu kaufen. Ein Programm, das die Finanzmärkte veränderte. Die Renditen auf dem Anleihenmarkt fielen drastisch, im Gegenzug floss das Geld mangels Alternativen in den Aktienmarkt. Seitdem ist beispielsweise der Dax von rund 9.000 auf über 12.000 Punkte gestiegen.

Doch bei dem Treffen der Notenbanker in Jackson Hole 2017 steht nicht der Anleihenmarkt, sondern die europäische Gemeinschaftswährung im Blickpunkt. Denn über die Zukunft des Kaufprogramms von Bonds will der EZB-Rat erst im Herbst entscheiden. Aber der Euro bereitet den Währungshütern Kopfzerbrechen.

Die Ausgangslange: Der Euro hat in diesem Jahr gegenüber dem Dollar um mehr als elf Prozent zugelegt – der größte Anstieg innerhalb eines Jahres seit 2003. Und einige Ratsmitglieder fürchten einen weiteren Kursanstieg der europäischen Gemeinschaftswährung. Es sei „die Sorge über ein mögliches künftiges Überschießen des Wechselkurses geäußert worden“, heißt es im Protokoll der Juli-Sitzung der Notenbank. Am Devisenmarkt hat sich dieser Wechselkurs bei 1,17 bis 1,18 Dollar je Euro eingependelt.

Denn ein starker Euro wirkt ähnlich wie eine geldpolitische Straffung: Er macht Waren hiesiger Firmen auf dem Weltmarkt teurer und verschlechtert dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit – gleichzeitig macht er Importe billiger und drückt so die Inflation im Euro-Raum. Der Preisanstieg soll, so der explizite Wunsch von Draghi, in Richtung zwei Prozent steigen. Derzeit liegt die Inflation bei 1,3 Prozent.

„Der Markt wird jeden Satz von Draghi in Jackson Hole genau untersuchen, dessen sind wir uns sicher“, meint Charles Zerah, Manager der Fondsgesellschaft Carmignac. Für ihn steht fest: „Der Euro sollte danach weiter kontinuierlich im Wert steigen.“ Zerah selbst setzt mit seinen Investments auf einen starken Euro, teilweise auf das Währungspaar Euro/Yen.

Mit dieser Einstellung ist Zerah nicht allein. Daten des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg zufolge setzen Finanzprofis in großem Stil auf einen starken Euro, ablesbar am Optionsmarkt. Dort hat die Zahl der Dreimonatskontrakte auf einen steigenden Euro versus Dollar gegenüber dem Szenario fallender Euro im vergangenen Monat Juli ein neues Achtjahreshoch erreicht.

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Extremwerte als Warnsignal

Kommentare zu " Vor dem Treffen in Jackson Hole: Spekulanten setzen auf starken Euro"

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  • Herr Peter Spiegel24.08.2017, 13:31 Uhr
    Herr Trum bestimmt den Euro Kurs

    ..............................

    Bis jetzt war es eher immer so daß die Europäische Union und die Europäische Wirtschaft den Dow Jones immer in den Keller gezogen hatte !!!

  • EURO & EUROPÄISCHE UNION SIND NUR STARK AN BETEILIGUNG BEIM UNTERGANG DES EUROPÄISCHEN KONTINENTS UND DESSEN VORHER DA GEWESENEN WOHLSTAND !!!

  • Herr Trum bestimmt den Euro Kurs, wenn er freundlich ist lässt er ihn bei 1,18
    Die USA haben eigentlich genug für den Euro geblutet.

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