Vor Doha-Gesprächen Ölpreis schnellt zum Wochenende in die Höhe

Rund eine Woche vor den Gesprächen der Erdölexporteure in Doha sind Rohstoffanleger optimistisch wie selten. Die Hoffnung auf einen Förderstopp treibt die Kurse. Der Ölpreis klettert um mehr als sechs Prozent.
Update: 08.04.2016 - 17:19 Uhr
Die Anleger hoffen auf einen Förderstopp. Quelle: dpa
Erdöl

Die Anleger hoffen auf einen Förderstopp.

(Foto: dpa)

Frankfurt/DüsseldorfAm Ölmarkt macht sich wieder wieder Optimismus breit: Die Anleger machen sich weniger Sorgen um die Abkühlung der Weltwirtschaft. Die texanische Sorte WTI klettert am Freitag um satte 6,3 Prozent auf 39,6 US-Dollar. Im Schlepptau ziehen die Kurse an den Börsen weltweit an.

Der Optimismus auf dem Ölmarkt wird von der Hoffnung auf eine Förderbegrenzung getrieben. Schon seit Tagen schießen die Spekulationen darüber ins Kraut, was wohl am 17. April beim Treffen mehrere Erdölexporteure in Doha beschlossen werden wird.

Bereits im Februar hatten Russland, Saudi Arabien, Venezuela und Katar sich darüber verständigt, die Fördermenge auf dem Niveau von Januar zu belassen. Jedoch betonten sie, dass der Deal davon abhänge, ob auch weitere Produzenten bei dem Förderstopp mitmachen. Die Nordseesorte Brent schoss am Freitagnachmittag 5,9 Prozent in die Höhe und stand am späten Nachmittag bei 41,8 US-Dollar je Barrel.

Der russische Energieminister Alexander Novak wies am Freitag nochmal auf die Wichtigkeit der bevorstehenden Konferenz hin. „Natürlich hoffen wir, dass der Deal zustande kommt”, so Novak. Nach Angaben des russischen Energieministeriums werden derzeit täglich mehr als 1,5 Millionen Barrel Öl zu viel produziert. „Das Treffen richtet sich vor allem auf den Förderstopp auf Januar-Level, aber auch andere Vorschläge sind willkommen”, so Novak.

Sowohl der Rubel als auch der russische Aktienindex kletterten am Freitag nach oben. Der Rubel kletterte um 1,6 Prozent nach oben. Ein Euro war am noch rund 76,35 Rubel wert.

Auch aus Deutschland kamen positive Nachrichten für die Rohstoff-Anleger. Bei ihren Käufen stützten sie sich unter anderem auf positive Aussagen der Rating-Agentur Moody's zur deutschen Konjunktur. Die Experten sagten für 2016 eine leichte Beschleunigung des heimischen Wachstums auf 1,8 Prozent voraus.

Diese Männer wollen den Ölpreis bestimmen
Treffen der Opec
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Treffen der Opec in Istanbul. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden die Fördermenge gerne begrenzen. Im September 2016 hatte das Ölkartell auch einen entsprechenden Plan verkündet. Passiert ist seitdem aber wenig. Die Skepsis wächst, dass es überhaupt zu einem Abkommen kommt. Diese Männer ringen um eine Einigung.

Saudi-Arabien
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Khalid al-Falih ist seit Mai 2016 Ölminister von Saudi-Arabien – und damit ein mächtiger Mann. Sein Land ist der wichtigste Akteur im Ölgeschäft. Doch auch den Scheichs macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 158 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 266 Milliarden Barrel

Venezuela
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Der venezolanische Öl- und Bergbauminiser Eulogio del Pino. Vor einigen Jahren überholte Venezuela Saudi-Arabien, was die größten Öl-Reserven der Welt angeht.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 36 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 301 Milliarden Barrel

Die folgenden Teilnehmer des OPEC-Treffens sind nach den Öl-Reserven ihrer Heimatländer sortiert. Quelle: OPEC

Iran
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Der iranische Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh. Im Handelsblatt-Interview hatte er schon früh die Position seines Landes deutlich gemacht, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben sind: „Wir wollen schrankenlos Öl und Gas exportieren“

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 27 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 158 Milliarden Barrel

Irak
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Adil Abd Al-Mahdi war bis 2016 irakische Ölminister. Auf ihn folgte Jabbar Ali Hussein Al-Luiebi.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 54 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 143 Milliarden Barrel

Kuwait
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Der Finanz- und Ölminister Kuwaits: Anas Khaled Al-Saleh.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 49 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 101 Milliarden Barrel

Vereinige Arabische Emirate
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Der Energie- und Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed Al-Mazrouei.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 52 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 98 Milliarden Barrel

Äußerungen von Janet Yellen trugen ebenfalls zur positiven Stimmung bei. Die Fed-Chefin hatte in der Nacht zum Freitag gesagt, die Fortschritte der US-Konjunktur seien „zufriedenstellend”. Die Wirtschaft sei auf einem „soliden Kurs”. Anzeichen für Spekulationsblasen gebe es nicht.

Die Analysten der Investmentbank Jefferies warnten aber vor überzogenen Erwartungen an die Ölpreis-Entwicklung. Wegen der weltweiten Überproduktion seien Kursrückschläge jederzeit möglich. Wegen der Ölschwemme ist der Preis des „schwarzen Goldes” seit Mitte 2014 um etwa zwei Drittel eingebrochen.

  • jur
  • rtr
  • Bloomberg
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