Vor EZB-Sitzung: Fitch-Aussagen belasten den Euro

Vor EZB-Sitzung
Fitch-Aussagen belasten den Euro

Kurz vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank zur Zinspolitik gab die Gemeinschaftswährung um mehr als einen halben US-Cent nach. Grund sind Händlern zufolge die Aussagen der Ratingagentur Fitch.
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FrankfurtAm Tag vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Euro nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung wurde am Mittwoch mehr als einen halben US-Cent niedriger bei 1,27 Dollar bewertet. Belastend wirkten sich Händlern zufolge Aussagen der Ratingagentur Fitch aus, die von der EZB eine Ausweitung der umstrittenen Ankäufe von Staatsanleihen europäischer Problemländer verlangt. Vor allem Italien müsse unterstützt werden, sagte David Riley, der bei Fitch das Länderrating leitet. Andernfalls drohe ein verheerendes Zusammenbrechen des Euro, sagte Riley.

Italiens Ministerpräsident Mario Monti beriet mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin weitere Schritte zur Bekämpfung der Schuldenkrise. Die Geschwindigkeit und Substanz der von Monti vorangetriebenen Reformen seien so, dass sie Italien stärken würden, lobte Merkel. Das von den Euroländern auf den Weg gebrachte Fiskalpaket könne bis zum 30. Januar abgeschlossen werden. Die als Gradmesser für das Vertrauen der Anleger gesehenen Renditen auf zehnjährige italienische Staatsanleihen notierten am Mittwoch bei sieben Prozent.

In den kommenden zwei Tagen planen Spanien und Italien, über Bondauktionen frisches Geld einzusammeln. Am Donnerstag will Spanien Anleihen im Volumen von bis zu fünf Milliarden Euro mit Laufzeiten bis 2015 und 2016 veräußern. Am Freitag folgt Italien mit der Emission fünfjähriger Bonds für bis zu 4,75 Milliarden Euro. Der für den Rentenmarkt richtungsweisende Bund-Future notierte am Mittwoch elf Ticks höher bei 138,83 Punkten. 

Ungeachtet der Fitch-Forderung nach mehr Anleihenkäufen erwarten Börsianer von der EZB-Sitzung am Donnerstag keine großen Überraschungen. „Die Pressekonferenz wird wohl unspektakulär ausfallen“, sagte Chefvolkswirt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. Bei den kommenden Sitzungen im Februar und März sei indes mit Zinssenkungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt zu rechnen. Für den Augenblick habe die EZB mit dem Auflegen von Tendern im Dezember schon recht viel gemacht und wolle nun vermutlich erst einmal abwarten, wie die Maßnahmen wirkten. „Bei den Staatsanleihenkäufen wird die Zentralbank wohl ebenfalls erst einmal eher abwarten, bis die Politik entsprechende Bedingungen für weitere Maßnahmen geschaffen hat.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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