Vor Krisentreffen: Euro kämpft mit Marke von 1,28 Dollar

Vor Krisentreffen
Euro kämpft mit Marke von 1,28 Dollar

Der Euro hat am Dienstag zeitweise die Marke von 1,28 Dollar zurückerobert. Gestützt wurde er unter durch von Hoffnungen auf baldige Hilfen für das gegen die Staatspleite kämpfende Griechenland.
  • 1

FrankfurtDer Euro hat am Dienstag zeitweise die Marke von 1,28 Dollar zurückerobert. Gestützt wurde der Kurs der Gemeinschaftswährung unter anderem von Hoffnungen auf baldige Hilfen für das gegen die Staatspleite kämpfende Griechenland sowie Aussagen der Ratingagentur Fitch, die nicht mit einem Verlust des AAA-Ratings für Frankreich in diesem Jahr rechnet. Wie schon am Vortag begründeten Händler den Euro-Anstieg aber in erster Linie mit dem Glattstellen von Verkaufsoptionen. Zudem seien institutionelle Anleger und Zentralbanken auf den Zug aufgesprungen. Am Mittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,2775 Dollar.

Die Analysten der Commerzbank rechnen damit, dass der Euro maximal bis auf 1,2950 Dollar steigen könnte, nachdem sich extrem viele Anleger für einen Kursrückgang positioniert hätten und nun umschwenken müssten. „Spätestens dann dürfte charttechnisch erst einmal die Luft raus sein und das Verkaufsinteresse wieder spürbar dominieren“, hieß es in einem Marktkommentar der Experten. Zu Wochenbeginn hatte die Furcht vor einer Eskalation der Schuldenkrise den Euro noch auf ein 16-Monats-Tief gedrückt.

Am Dienstag machte sich etwas Entspannung rund um die Schuldenkrise breit. Der griechischen Regierung zufolge sind die Gespräche mit Privatgläubigern über eine Umschuldung an einem zufriedenstellenden Punkt. Eine abschließende Übereinkunft gebe es aber noch nicht.

Zudem sagte der für die Länderratings in Europa zuständige Fitch-Manager Ed Parker der Nachrichtenagentur Reuters, dass er anhand aktueller wirtschaftlicher und steuerlicher Entwicklungen in Frankreich nicht mit einer Herabstufung des Landes in diesem Jahr rechne. Zugleich erklärte er, dass die Ratings von Euro-Ländern wie Italien und Spanien, die derzeit beobachtet würden, um ein oder zwei Stufen herabgestuft werden könnten. Frankreich gehört neben Deutschland zu den Euro-Ländern mit der Top-Bonitätsnote AAA. Ein möglicher Verlust dieser Note könnte auch die Wirkung des Euro-Rettungsschirms EFSF beeinträchtigen.

Das ebenfalls mit AAA bewertete Österreich brachte zwei Anleihenpakete mit vier- und zehnjähriger Laufzeit am Markt unter. Allerdings war die Nachfrage in beiden Fällen geringer als bei der vorangegangenen Auktion. Die Durchschnittsrendite der Bonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag bei 3,322 nach 3,528 Prozent zuvor. Bei den vierjährigen Papieren betrug der Durchschnittszins 2,213 Prozent (zuvor 1,960 Prozent). Die Auktion war mit Spannung erwartet worden, weil Österreich und die Banken der Alpenrepublik eng mit Ungarn verzahnt sind, das gegen eine drohende Staatspleite kämpft. Die ungarische Währung Forint erholte sich am Dienstag aber zum Euro, da Anleger auf eine Einigung der Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen Notkredit setzten.

Die deutliche Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten verringerte zugleich das Interesse an deutschen Staatsanleihen. Der Bund-Future verlor 46 Ticks auf 138,64 Punkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vor Krisentreffen: Euro kämpft mit Marke von 1,28 Dollar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • *Euro setzt seine Kurserholung fort...*
    ...was für eine Erkenntnis!
    Ich sehe gegen 17 Uhr nochmal vorbei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%