Vor Opec-Sitzung
Ölpreis fängt sich unter 45 Dollar

Nach einem plötzlichen Kurssturz am Montagabend hat sich der Ölpreis zunächst wieder stabilisiert. Mit Spannung erwarten Händler das Sondertreffen der Opec am Mittwoch. Experten zweifeln allerdings an der Preismacht des Ölkartells.

HB DÜSSELDORF. Der Ölpreis hat am Dienstag morgen leicht zugelegt, bliebt mit Preisen unter 44,84 Dollar je Fass Rohöl der US-Sorte WTI aber unter der Markte von 45 Dollar. Am Montagabend war er wieder unter dieses Niveau gerutscht. An der New Yorker Rohstoffbörse (Nymex) verlor der WTI-Preis insgesamt 3,8 Prozent auf 44,51 Dollar. Im Tageshoch hatte der WTI-Preis noch knapp über 50 Dollar notiert.

Die Aufmerksamkeit des Marktes habe sich weg von möglichen Produktionskürzungen seitens der Opec hin zur schwachen Nachfragesituation bewegt, sagten Händler. Der Anstieg des Ölpreises im Tagesverlauf bis auf 50 Dollar sei eine Überreaktion gewesen und fundamental nicht gerechtfertigt, hieß es weiter. "Sobald der Preis Richtung 50 Dollar steigt, nimmt auch der Verkaufsdruck wieder zu. Umgekehrt sorgen Preise um die 40 Dollar für Kaufinteresse", erläuterte Jim Ritterbusch, President der Energieberatungsgesellschaft Ritterbusch & Associates.

Der trübe globale Konjunkturausblick sei durch schwache US-Konjunkturdaten und durch die Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten untermauert worden. In diesem Lichte erscheine es zweifelhaft, ob eine mögliche Förderdrosselung der Opec zu einer Preisstabilisierung führe, so Händler mit Blick auf das Treffen des Ölkartells am Mittwoch in Algerien.

Opec-Präsident Chakib Khelil hat sich derweil für eine Drosselung der Ölfördermenge um deutlich mehr als eine Million Barrel pro Tag ausgesprochen. "Ich glaube daran, dass die Konferenz eine solche Entscheidung treffen wird", sagte Khelil der Zeitung "al-Hayat" (Dienstagausgabe). "Selbst eine Million Barrel sind nicht genug. Zur Stabilität des Marktes sollte es weit mehr sein."

Am Mittwoch könnten die Opec-Minister bei ihrem Treffen in Oman in Algerien angesichts des Preisverfalls bei Rohöl die stärkste Drosselung in der Geschichte der Organisation beschließen. Khelil fügte hinzu, dass das vom saudi-arabischen König Abdullah ausgegebene Preisziel von 75 Dollar pro Fass ein fairer Preis sei. Ein Fass US-Leichtöl wurde am Dienstag bei 44,67 Dollar gehandelt. Im Juli kostete das Barrel noch 147 Dollar.

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