Vorliebe für Bitterschokolade
Kakao wird knapp

Während der Preisanstieg der meisten Rohstoffe kaum zu bremsen ist, kommen die Kakaopreise nicht so recht von der Stelle. Doch das könnte sich bald ändern. Denn der Schokoladenverbrauch schreitet in immer neuen Märkten voran.

KAPSTADT. Auf der Produzentenseite – vor allem in Westafrika – wird dagegen immer weniger Kakao erzeugt.

Am Kakaomarkt drohen damit Engpässe und Preissteigerungen – ohne dass der Markt dies bisher widerspiegelt. Zudem gewinnen Spekulanten zunehmend Einfluss auf die Preisbildung. Fundamentale Daten werden dadurch zum Teil in den Hintergrund gedrängt. Doch von den historischen Höchstständen, die die „Speise der Götter“ vor 30 Jahren erreicht hatte, können Anleger bis heute nur träumen.

Mit Sorge verfolgen Rohstoffstrategen zurzeit vor allem die anhaltend labile Lage in der Elfenbeinküste. Das westafrikanische Land ist weltweit Hauptlieferant der Kakaobohne. Trotz eines vor vier Jahren ausgebrochenen Bürgerkrieges produziert die ehemalige französische Musterkolonie noch immer rund 1,3 Mill. Tonnen pro Jahr. Das sind 40 Prozent des weltweit gehandelten Kakaos. Das benachbarte Ghana kommt als zweitwichtigster Produzent nur auf die Hälfte der ivorischen Menge.

Inzwischen ist die Elfenbeinküste faktisch zweigeteilt und wird von Uno-Blauhelmsoldaten und französischen Truppen befriedet. Eine eigentlich für Oktober 2005 geplante Wahl wurde um zwölf Monate aufgeschoben – und ein bereits unterzeichneter Friedensvertrag harrt der Umsetzung. Die instabile politische Lage hat sich natürlich auf die Kakaoernte ausgewirkt. Viele der Plantagen liegen heute brach, weil die Besitzer der oft kleinen Familienbetriebe nicht mehr der Arbeit nachgehen. Viele haben ihre Produktion eingeschränkt oder ganz aufgegeben – seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2002 ist die Anbaufläche jedes Jahr um über fünf Prozent geschrumpft. Es wird nicht einfach sein, den Trend zu stoppen, schon weil Kakaobäume langsam wachsen und erst nach vier bis fünf Jahren erntereife Bohnen tragen.

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