Wachsende Frachtraten deuten auf einen weiterhin hohen Metallbedarf Chinas hin
Experten erwarten steigende Preise bei Aluminium und Zink

Die Rohstoffmärkte starren wieder einmal wie gebannt auf China: Bei den Metallen fällt die Nachfrage des Riesenreichs inzwischen mit gut einem Fünftel des weltweiten Bedarfs ins Gewicht. Die Nervosität der Märkte über den Einbruch der chinesischen Importe im Juli und erneut im Oktober weicht inzwischen einer größeren Gelassenheit.

HB DÜSSELDORF. Ingrid Sternby von Barclays Capital hält denn auch unbeirrt an ihrer bisherigen Prognose fest: „Das anhaltend robuste Wachstum der Weltwirtschaft, schrumpfende Vorräte und der schier unersättliche Bedarf Chinas werden auch 2005 für hohe Preise an den Metallmärkten sorgen.“ Sternby sieht in dem kräftigen Anstieg der Frachtraten seit Anfang November ein untrügliches Zeichen für den erneut wachsenden Importbedarfs Chinas an Rohstoffen und vor allem Metallen. Die Rückgänge im Juli und Oktober seien eher technisch bedingt gewesen.

Die Chartisten ihres Hauses üben sich dagegen unter dem Eindruck des „Supergaus“ der Preise im Oktober noch in Vorsicht. Sie schließen vor Jahresschluss einen weitere Preiskorrektur nicht aus.

Michael Lewis von der Deutschen Bank hält wie bereits Sternby von Barclays ebenfalls an seiner optimistischen Einschätzung der Märkte fest. Er empfiehlt Anlegern, Preisrückschläge zu neuen Käufen zu nutzen. Einer Reihe von Metallen drohten nach wie vor wegen unzulänglicher Produktionskapazitäten akute Versorgungsengpässe. Außerdem seien die Preissteigerungen des bisherigen Zyklus noch recht deutlich hinter denen des letzten Booms von 1988 bis 1990 zurückgeblieben.

Das größte noch verbleibende Preissteigerungspotenzial haben laut Lewis von der Deutschen Bank und Sternby von Barclys Capital übereinstimmend Aluminium und Zink. Bei Zink steht derzeit nach den Berechnungen der Internationalen Studiengruppe für Blei und Zink (ILZSG) eine um lediglich 3,9 Prozent wachsende Produktion von Raffinadezink einer im Jahresvergleich um fast neun Prozent gestiegenen Nachfrage gegenüber. In den ersten neun Monaten 2004 war der Markt von einem Produktionsdefizit von 190 000 Tonnen gekennzeichnet – gegenüber einem Überschuss von 147 000 Tonnen in der Vergleichszeit 2003. Bei Blei wuchs das Defizit von gerade 2 000 Tonnen auf 112 000 Tonnen. Die Bleivorräte an der Londer Metallbörse sind auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren angelangt. Selbst die inzwischen um zehn Prozent gesteigerte Bergbauförderung des Metalls werde die Preise vorläufig nicht auf Talfahrt schicken, schätzen Analysten.

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