Währung
Der Euro erholt sich nur kurz

Der Euro ist zwischenzeitlich auf Erholungskurs. Nach dem Kursrutsch auf ihr Vier-Monats-Tief notierte die Gemeinschaftswährung am Donnerstag wieder fester. Ursache war die Sorge wegen Neuwahlen in Griechenland.
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Frankfurt Der Euro hat sich am Donnerstag nur zwischenzeitlich von seinen deutlichen Kursverlusten seit Wochenbeginn erholen können. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2710 US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als am Morgen. Gegen Mittag war der Euro gar auf ein Tief bei 1,2665 Dollar gefallen. So wenig hatte er zuletzt Mitte Januar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2682 (Mittwoch: 1,2738) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7895 (0,7851) Euro.

Die Nachricht über politische Neuwahlen in Griechenland hatte die Anleger verschreckt. Unter den Investoren wächst die Befürchtung, dass die Sparkurs-Kritiker in Athen die Oberhand gewinnen und das Land in die Staatspleite und zum Euro-Austritt führen. Der Euro sei überverkauft gewesen und erhole sich gerade ein wenig, doch das ändere nichts an dem großen Ganzen, sagte Teppei Ino, Währungsanalyst bei der Bank Tokyo-Mitsubishi UFJ. Der Euro bleibe angesichts der anhaltenden Unsicherheiten auf der Verliererseite.

Am Devisenmarkt war von gegenläufigen Tendenzen im Tagesverlauf die Rede. So sorgten am Morgen robuste Wachstumszahlen aus Japan zunächst für bessere Stimmung unter den Investoren. Auch der Euro konnte profitieren. Ernüchterung kam indes mit einer Auktion spanischer Staatsanleihen: Trotz einer sehr starken Nachfrage musste das krisengeschwächte Land abermals höhere Zinsen für frisches Geld bieten. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs Spaniens dürfte dadurch erschwert werden.

Etwas Unterstützung erhielt der Euro am Nachmittag von schwachen Konjunkturzahlen aus den USA. Dort sind neue Stimmungsindikatoren deutlich schlechter als erwartet ausgefallen. In der Region Philadelphia gab der viel beachtete Philly-Fed-Index stark nach. Mit einem Wert von minus 5,8 Punkten signalisiert er erstmals seit Herbst 2011 wieder eine rückläufige Wirtschaftsentwicklung. Auch die sogenannten Frühindikatoren - ein Sammelindex aus verschiedenen Kennzahlen - gaben erstmals seit Herbst 2011 wieder nach.

Wie angespannt die Investoren sind, zeigte sich am Rentenmarkt. Die zehnjährigen italienischen und spanischen Anleihen rentierten weiterhin um die kritische Sechs-Prozent-Marke. Sie warfen 5,964 beziehungsweise 6,298 Prozent ab. Für die beiden hoch verschuldeten Länder gilt dieses Niveau langfristig als untragbar. Zum Vergleich: Die Rendite der gern als sicherer Hafen angesteuerten Bundespapiere lag bei 1,483 Prozent.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80080 (0,79925) britische Pfund, 101,77 (102,53) japanische Yen und 1,2011 (1,2011) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1554,00 (Vortag: 1548,50) gefixt. Der Preis für einen Kilobarren Gold wurde am Donnerstag feiertagsbedingt nicht ermittelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Davon merkt man in Südamerika nichts.

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