Währung
Der Euro steht unter Druck

dpa-afx FRANKFURT. Die Furcht vor einem Krieg in Nahost hat am Freitag den Dollar gestützt und enttäuschende US-Konjunkturdaten in den Hintergrund treten lassen. "Wir haben heute Rückflüsse in den Dollar gesehen, der in Krisenzeiten noch immer einen Ruf als sicherer Hafen genießt", sagte Devisenexperte Björn Bender von Helabatrust. Der Eurokurs gab am Nachmittag auf 1,2 636 Dollar nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2 666 (Donnerstag: 1,2 692) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7 895 (0,7 879) Euro.

Die israelische Armee hat den Libanon unter massivem Dauerbeschuss gehalten. Die Spannungen hätten vor allem die Währungen von Schwellenländern wie der Türkei belastet, sagte Bender. "Der Dollar als Weltwährung Nummer eins hat davon profitiert", so der Experte. Enttäuschende US-Konjunkturdaten seien vor diesem Hintergrund ignoriert worden. Das Konsumklima kühlte sich im Juli stärker als erwartet ab, während der Einzelhandel im Juni weniger umsetzte als noch im Vormonat.

Rückenwind erhielt der Dollar zudem aus Japan. Nach fast sechs Jahren Null-Zins-Politik hat die japanische Zentralbank ihren Leitzins zwar wieder angehoben. Gleichwohl signalisierten die Währungshüter, dass die Leitzinsen auf einem "sehr niedrigen" Niveau bleiben werden. Dies gilt als Zeichen, dass die zweite Erhöhung nicht unmittelbar bevorsteht.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 875 (0,6 897) britische Pfund , 146,83 (146,33) japanische Yen und 1,5 607 (1,5 620) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 663,25 (649,50) Dollar gefixt.

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