Währung
Der Euro stürzt weiter ab

Die Gemeinschaftswährung ist am Donnerstag auf ein 15-Monats-Tief abgesackt. Hauptgrund war die bleibende Anspannung auf den Anleihemärkten. Auch der Iran-Konflikt trieb die Anleger in Alternativ-Währungen.
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FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Donnerstag zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen. Die Sorge um angeschlagene Banken und verschuldete Staaten der Euro-Zone dominiere wieder das Geschehen, sagten Experten. „Es besteht die Sorge, dass sich die Länder der Euro-Zone am Kapitalmarkt nicht zu annehmbaren Konditionen langfristig refinanzieren können“, fasste DZ-Bank-Analystin Sandra Striffer zusammen. „Der Euro ist im Moment einfach angezählt“, sagte ein Händler. Dies gelte auch für das charttechnische Bild. Am Vormittag hatte eine vielbeachtete Auktion französischer Staatsanleihen für Enttäuschung an den Devisenmärkten gesorgt.

Am späten Nachmittag wurde der Euro mit 1,2806 Dollar notiert. Am frühen Morgen war er noch bis zu 1,2945 Dollar wert gewesen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2832 (Mittwoch: 1,2948) Dollar festgesetzt. Eine Versteigerung lang- und ultralanglaufender französischer Staatstitel brachte die Gemeinschaftswährung nach den deutlichen Verlusten vom Vortag weiter unter Druck. Nach Einschätzung von Sebastian Sachs, Währungsexperte beim Bankhaus Metzler, war die Auktion zwar keine „Katastrophe“. Der leichte Anstieg der Refinanzierungskosten und die im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt verhaltene Nachfrage wurde von Investoren dennoch kritisch bewertet.

Weiter belastet wurde der Euro durch den angeschlagenen europäischen Bankensektor. Nachdem die italienische Großbank UniCredit mit ihren Problemen bei einer Kapitalerhöhung am Mittwoch die Stimmung gedrückt hatte, rückte die Krise der Branche Devisen-Analyst Sachs zufolge wieder in den Fokus der Anleger. Dazu kamen zuletzt neue Negativmeldungen über spanische Geldinstitute. Bei dieser für die Euroländer kritischen Nachrichtenlage komme die Stärkung des Dollar aufgrund besserer US-Konjunkturaussichten ungelegen, erklärte Sachs. In den USA hatten positive Arbeitsmarktdaten die Hoffnung auf eine baldige wirtschaftliche Erholung genährt.

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  • @AdamRies:
    "Wem nutzt ein starker Euro?"

    Jedem Bürger? Weil sein Geld mehr Wert ist? Weil er billiger Rohstoffe und Güter einkaufen kann?

    "Und über den Anstieg des Ölpreises können wir uns, als angeblich umweltfreundlichstes Volk der Welt, nur freuen."

    Selten so ein Schwachsinn gelesen, der Ölpreis wirkt sich mittelbar allein durch die Transportkosten fast auf jedes Produkt aus. Ein höherer Ölpreis sorgt für deshalb für höhere Preise in breiter Front.

  • Erst bei einem Wechselkurs unter 1,20,- zum US-Dollar können wir vom schwachen Euro reden, bis jetzt ist der Euro immer noch überbewertet!
    Wem nutzt ein starker Euro?
    Nur Großkonzerne die Zulieferverträge mit im Nichteuroausland ansässige Zulieferer sollten dadurch Probleme haben.
    Und über den Anstieg des Ölpreises können wir uns, als angeblich umweltfreundlichstes Volk der Welt, nur freuen.
    Einfach mehr Cinquecento kaufen und weniger dicke deutsche Panzer-Kreuzer. Auch das Parken wird dadurch erleichtert, in eine Lücke passen dann 2 statt nur einer.

  • Mit dem Euro ist alles in Ordnung - hier gibt es nichts zu sehen - bitte weitergehen.

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