Währung
Devisen: Euro steigt über die Marke von 1,40 Dollar

Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung hat im Vergleich zum Dollar kräftig zugelegt. Kurzzeitig konnte der Euro die Marke von 1,40 Dollar überwinden. Hintergrund: Spekulationen über die Kreditwürdigkeit der USA.

HB FRANKFURT. Der Euro hat am Freitag kurzzeitig die Marke von 1,40 Dollar geknackt. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,403 Dollar und damit so hoch wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Zuletzt wurden für einen Euro noch 1,399 Dollar gezahlt. Händler verwiesen als Antrieb insbesondere auf Spekulationen um eine Abstufung des Kreditratings der USA, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor"s den Ausblick für Großbritannien bereits am Donnerstag gesenkt hatte. Die Ratingagentur Moody's erklärte zwar, dass sie zu der Bestnote "AAA" für die USA stehe, diese sei aber nicht auf ewig sicher. Auch der angesehene Marktexperte Bill Gross sieht die Bonitätsnote der USA in Gefahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3972 (Donnerstag: 1,3771 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7157 (0,7262) Euro .

"Die derzeit diskutierte mögliche Ratingabstufung der USA spielt sicherlich eine wichtige Rolle und sorgt für Gewinne beim Euro", sagte Devisenexperte Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Bereits in den vergangenen Wochen habe der Dollar nicht zur Stärke geneigt und das Amend zufolge durchaus zu Recht. "Die Konjunkturindikatoren stabilisieren sich zwar, liegen aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau", so der Experte. Zudem sei die Geldpolitik der US-Notenbank Fed deutlich expansiver als die der EZB - auch das laste auf dem Greenback. Mit Blick auf die kommende Woche könnte eine weitere Aufhellung des ifo-Geschäftsklimas den Euro zusätzlich stützen. Die runde Marke von 1,40 Dollar sei zwar ein psychologischer Wiederstand, aus technischer Sicht habe die Gemeinschaftswährung aber bis rund 1,43 Dollar Luft nach oben.

Aus Sicht der Commerzbank ist die Reaktion des Devisenmarktes auf die Spekulationen, die USA könne ihr AAA-Rating verlieren, überzogen. "Letztlich werden alle, die nach den gestrigen Ereignissen nun kurzfristig eine weitere zügige Abwertung des Greenback erwarten, enttäuscht werden", so die Devisenexperten. Dollar-Skeptiker sollten sich klarmachen, dass es nach wie vor zum Dollar kaum eine Alternative gebe, wenn Investoren ihr Kapital in risikoreichen Zeiten in Sicherheit bringen wollten.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87 810 (0,87 900) britische Pfund , 131,41 (130,84) japanische Yen und 1,5 217 (1,5 174) Schweizer Franken festgelegt. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 959,75 (937,50) Dollar gefixt.

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