Währung
Euro bleibt knapp unter Rekordmarke

dpa-afx FRANKFURT. Aussagen von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke haben den Euro am Donnerstag erneut über die Marke von 1,47 Dollar getrieben. Zwischenzeitlich legte der Euro bis auf 1,4 703 Dollar zu. Damit blieb der Euro nach der Rekordjagd der Vortage nur knapp unter seinem bisherigen Höchststand von 1,4 729 Dollar. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung noch 1,4 689 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4 666 (Mittwoch: 1,4 722) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6 818 (0,6 793) Euro. Seit Beginn der Woche ist der Euro um knapp drei US-Cent gestiegen.

"US-Notenbankpräsident Bernanke hat die Tür für eine Zinssenkung in den USA im Dezember etwas weiter geöffnet", sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Die Wachstumsdynamik wird sich nach Einschätzung von Bernanke im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal noch merklich abschwächen. Der Notenbankpräsident erwartet eine Verschärfung der Kreditbedingungen am Hypothekenmarkt und eine anhaltende Krise am Häusermarkt. Die US-Notenbank sehe die Gefahr eines langsameren Wachstum des privaten Konsums, eine anhaltende Schwäche am Häusermarkt und die Wahrscheinlichkeit, dass US-Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren könnten, sagte er vor dem US-Kongress. Der schwindende Zinsvorsprung in den USA gilt als ein Grund für die jüngste Dollarschwäche.

In ungewöhnlich scharfer Form hatte kurz zuvor unterdessen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor den negativen Folgen eines starken Euro für die Wirtschaft gewarnt: "Brutale Wechselkursentwicklungen sind nie willkommen." Bereits 2004 hatte Trichet mehrfach mit solch verbalen Interventionen gegen die Euro-Aufwertung eingegriffen. Ungeordnete Bewegungen seien unerwünscht für das Wirtschaftswachstum. "Das gilt mehr denn je", sagte Trichet. Ein starker Dollar sei im Interesse der USA. Experte Fritsch hält die Aussagen aber weiter für "viel zu vorsichtig". Entsprechend gering sei die Wirkung: "Die Flucht aus dem Dollar hält an."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,69 625 (0,69 960) britische Pfund , 165,90 (166,07) japanische Yen und auf 1,6 601 (1,6 589) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 841,10 (834,50) Dollar gefixt. Auch hier bleibt die Rekordmarke weiter in Reichweite.

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