Währung
Euro gibt nach Rekordhoch nach

Der Euro hat sich am Mittwoch etwas von seinem am Vortag erreichten Allzeithoch entfernt. Eine Trendumkehr nach dem Redkordlauf der Gemeinschaftswährung in den vergangenen Tagen sehen Experten allerdings nicht.

HB FRANKFURT. „Die Stimmung für den Dollar ist im Moment schwach. Die US-Notenbank Fed macht sich im Moment mehr Sorgen um die Konjunktur als um die Inflation“, sagte Devisen-Analyst Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,5889 Dollar.

Am Vortag war der Euro auf bis zu 1,6038 Dollar gestiegen und damit so teuer wie noch nie seit seiner Einführung an den Finanzmärkten im Jahr 1999. Belastet wurde die US-Währung vor allem von Ängsten vor einer Ausweitung der US-Finanzkrise und einem Abrutschen der weltgrößten Volkswirtschaft in eine Rezession.

Am Morgen hatte der Dollar etwas vom zuvor deutlich gesunkenen Ölpreis profitiert. Durch die Umschichtung spekulativer Anlagegelder bewegen sich die Notierungen für Öl und den Dollar häufig gegenläufig. Dagegen profitierte der Dollar kaum von US-Konjunkturdaten, insbesondere dem Anstieg der Inflationsrate wegen rasant steigender Energiepreise. „Es besteht nach wie vor Inflationsdruck, das wird der Fed gar nicht schmecken.



Eine Zinssenkung ist damit in den USA nicht drin, man sollte aber vorsichtig sein, von der US-Notenbank deshalb eine Zinserhöhung zu erwarten. Der Fokus ist hier noch stark auf das Wirtschaftswachstum gerichtet“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. Überrascht worden war der Markt von Daten aus der US-Industrie. Die Produktion war im Juni um 0,5 Prozent gestiegen, während Experten nur mit einer Stagnation gerechnet hatten. Experten sehen den Anstieg allerdings im wesentlichen durch Sonderfaktoren ausgelöst.

Allerdings besteht auch in der Euro-Zone anhaltender Inflationsdruck. Die Teuerungsrate war im Juni auf vier Prozent gestiegen. „Die EZB hat damit allen Grund, weiterhin sehr wachsam zu bleiben“, erklärte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Die Europäische Zentralbank hatte erst kürzlich als Reaktion auf steigende Preise den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent erhöht. Experten sehen allerdings das Aufwärtspotenzial des Euro als begrenzt an. „Der Euro ist nah an der Spitze. Wir erwarten nicht, dass er für längere Zeit über 1,60 Dollar bleibt“, sagte Währungsstratege Niels Christensen von Nordea. Den Referenzkurs legte die EZB mit 1,5888 (Vortag: 1,5990) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,5935 (1,6013) Dollar ermittelt.

Hingegen gab der Dollar gegenüber dem Yen nach und fiel zeitweilig auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Monaten. Zuletzt wurden für einen Dollar 104,36 Yen gezahlt.

Die europäischen Rentenmärkte notierten nach einem Auf und Ab am Nachmittag im Minus. Händlern zufolge ging vor allem von den guten Daten zur Industrieproduktion Druck aus. Der richtungweisende Bund-Future lag sieben Ticks im Minus bei 112,35 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe legte sechs Ticks auf 98,92 Punkte zu und rentierte mit 4,395 Prozent. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,48 (4,47) Prozent. Der Rex-Rentenindex notierte 0,2 Prozent höher bei 114,7670 Zählern.

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