Währung in der Krise 1 Euro = 1 Dollar

Seite 2 von 3:
Schwacher Euro als Zwischenziel
Wenn das Geld nichts mehr wert ist
Staatskrisen und politischer Wille
1 von 13

Der Tausch einer Währung kann viele Gründe haben. In Deutschland waren es politische, wie bei der Einführung des Euro. Aber auch Inflation wie bei der Einführung der Rentenmark mit drohendem Staatsbankrott könne Gründe für einen Währungswechsel sein. Auch nach Kriegen werden die Geldsorten gewechselt, in Deutschland etwa im Jahre 1948. 

Foto: Peter Hintze, ehemaliger CDU-Bundesgeschaeftsführer, stellt ein Plakat zur Euroeinführung vor.

Staatliche Wechselstube
2 von 13

Die Auswirkungen sind enorm und Währungswechsel kommen sehr häufig vor. So erlebte etwa ein Deutscher, der im Jahr 1921 in Leipzig geboren wurde, sechs Währungen. Im Durchschnitt wechselte bei ihm die Währung alle 15 Jahre. Handelsblatt Online zeigt auf den nächsten Seiten die wichtigsten Währungsreformen in Deutschland.

1871 bis 1873
3 von 13

Nach der Gründung des deutschen Reichs aus zahlreichen souveränen Einzelstaaten sollte auch eine einheitliche Währung her. Im Laufe der Jahre tauschten die Deutschen ihre Taler, Gulden und Kreuzer in Mark. Als letztes Land führte Bayern die Mark ein.

1923 bis 1925
4 von 13

Die Hyperinflation in der Weimarer Republik besiegelte das Schicksal der Mark. Wegen des Weltkrieges hatte die Währung bereits mehr als die Hälfte an Kaufkraft verloren. In den Folgejahren verlor die Währung- auch wegen Kriegskosten und Reparationsleistungen drastisch an Wert.

Reichsmark
5 von 13

In der Folge wurde die Mark auf die Renten- und später Reichsmark umgestellt. Der Wechselkurs betrug eine Billion Mark zu einer Reichsmark. Auch wenn die Reichsmark als Goldkernwährung keinen Goldstandard hatte, bewirkte sie eine Entspannung bei der Inflation. Der Währungskurs pendelte sich zum US-Dollar auf den Stand vor 1914 ein. Nach der Machtübernahe der Nazis und im folgenden Krieg stieg das Geldvolumen wieder stark an.

1948 (BRD)
6 von 13

Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges wurde in den alten Bundesländern die Deutsche Mark eingeführt. Die Reichsmark hatte keinen Wert mehr, die Deutschen schlugen sich mit Tauschgeschäften durch oder rechneten mit Zigaretten ab.

D-Mark
7 von 13

Die Deutschen konnten ihre neue D-Mark an den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken abholen: 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Nach der Einführung folgte ein enormer Wirtschaftsaufschwung.

Bild: Am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Wahrungsreform in den westlichen Besatzungszonen, drängen sich die Bürger in einer Hamburger Umtauschstelle, um sich die neue Währung auszahlen zu lassen.

Die EZB müsse ihre Geldpolitik weiter lockern, um fallenden Inflationserwartungen entgegenzuwirken, sagt auch Goldman-Stratege Brooks: „Ich weiß zwar nicht, welche Form das haben wird, aber die Richtung der Politik ist ziemlich klar. Die Menschen hatten Zweifel gehegt, ob die EZB die niedrige Inflation ernst nehmen wird; solche Annahmen werden jetzt überdacht.“

Gerade mal zwei Jahre sind vergangenen, seit EZB-Präsident Mario Draghi versprochen hatte, den Euro um jeden Preis zu retten. Das hatte der Gemeinschaftswährung einen Schub verschafft, bis zum 8. Mai dieses Jahres legte sie um 16 Prozent zu und erreichte einen Stand von etwa 1,39 Dollar. Die Inflationsrate purzelte derweil auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren, Italien ist wieder in die Rezession abgerutscht und Frankreichs Wirtschaft stagniert. Jüngste Konjunkturdaten legen nahe: Es sieht düster aus.

Auch Draghis Strategie scheint sich zwischenzeitlich ordentlich gewandelt zu haben. In seiner Rede in Jackson Hole hat er die Frage nach einem Quantitative Easing – also breit angelegten Wertpapierkäufen durch die EZB – zum Hauptthema gemacht. Ein solches Programm könnte den Euro weiter schwächen.

Dass er dies befürwortet ließ Draghi schon Mitte August durchblicken: „Die Grundlagen für einen schwächeren Wechselkurs sind nun besser, als sie vor einigen Monaten waren“, sagte er. Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann kommentierte diese Äußerung so: Draghi liefere Argumente für eine Euro-Schwäche und mache deutlich, „dass ein schwacher Euro mindestens ein Zwischenziel der EZB-Geldpolitik ist“.

An diesem Donnerstag steht die nächste EZB-Zinssitzung an. „Wir halten es allerdings für sehr unwahrscheinlich, dass Draghi bereits am Donnerstag ein Programm zum Quantitative Easing verkünden wird“, sagt Commerzbank-Analyst Karpowitz. Das heiße aber nicht, dass am Markt nicht eine gewisse Unsicherheit darüber aufkommen könne. „Wir rechnen in unserem Hauptszenario mittlerweile mit einer Ankündigung solcher Käufe im ersten Quartal 2015.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Zinssitzung am Donnerstag
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Währung in der Krise - 1 Euro = 1 Dollar

18 Kommentare zu "Währung in der Krise: 1 Euro = 1 Dollar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Ralph Fischer

    Wie gut Schulden "weginflationieren" funktioniert kann man in Argentinien oder Venezuela beobachten!

    "Weginflationieren" ist nichts anderes als legales Betrügen. Das kann man alle paar Jahrzehnte mit Dummköpfen machen. Langfristig machen aber immer weniger Marktteilnehmer Geschäfte mit diesen Betrügern.

    Dann müssen diese sich Geld in Fremdwährung mit Gerichtsstand im Ausland leihen und damit ist das einfache Betrügen beendet.

    Der nächste Schritt ist dann Lieferung nur noch gegen Vorkasse.

  • Ich lerne hier immer wieder dazu.

  • Das nennt sich Schulden weginflationieren und ist überhaupt nichts neues...

  • Ist das jetzt im Sinne des Hades Plans oder ist es nicht im Sinne des Hades Plans ???

  • .... und wenn Deutschland mit seinen Staatsschulden von über 6,5 Billionen Euro mit 1450 Jahren Tilgungszeit und 49 verschuldeten Generationen in die Pleite geht gibt es NUR ,und ALLEIN, den Weg der Währungsreform. Nur so läßt sich ein Pleitestaat entschulden ...... aber die Verursacher wollen alle wieder gewählt werden. Ist ja klar.

  • Wenn das jetzt in 1zu1 übergeht dann ist doch klar das alle Importe z.B. aus China oder Indien um rund 35 % ansteigen werden.

  • Nicht wirklich wir waren bei 1 Euro = 1,5 USD als es
    los ging.

  • Das hat doch nichts damit zu tun, wie der Wechselkurs zur Euroeinführung war. Hallo ..., die Erde dreht sich weiter.

  • bei Einführung war der Euro weniger als 1 USD wert. Auch die DM hat zum Dollar stark geschwankt. "Alle reden den Euro runter: erst Mario Draghi, jetzt Goldman Sachs." Ist doch klar: Draghi kommt doch aus der US-Finanzindustrie. Das Problem im Euroraum ist aber nicht der Wert des Euro zum USD, sondern die Probleme, die nicht gelöst werden. Es wurden und werden unübersehbare Risiken aufgebaut, die im Zweifelsfall keiner tragen kann, auch Deutschland nicht. Ich befürchte, dass in nicht all zu ferner Zukunft Zahltag sein wird.

  • ca. 30 mal, Michael Rensler.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%