Währung in der Krise 1 Euro = 1 Dollar

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Zinssitzung am Donnerstag

Bis zur EZB-Sitzung ist keine Erholung der Gemeinschaftswährung zu erwarten. Helaba-Analyst Ralf Umlauf rechnet damit, dass die Wirtschaftsdaten weiterhin die hohen Erwartungen über geldpolitische Maßnahmen aufrecht erhalten werden. Eine Zwischenerholung des Euro könne Umlauf zufolge in dieser Woche nur dadurch ausgelöst werden „dass die Marktteilnehmer zu viel Aktivitäten von der EZB erwarten und sich daher enttäuscht sehen“.

Sich offen für einen schwachen Euro auszusprechen, ist längst kein Tabu mehr. Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte im Juli ganz offen zu Protokoll gegeben, dass er die Gemeinschaftswährung für überbewertet hält: „Der Euro ist eine stabile Währung. Zu stabil, überschätzt an den Finanzmärkten“. Allerdings: Eine gezielte Abwertung sei wiederum auch nicht geeignet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Dennoch bleibt der tatsächliche Nutzen einer Euro-Abwertung umstritten. Ökonomen und die auf Stabilität pochende Bundesbank warnen vor solchen Schritten. Bundesbank-Chef Jens Weidmann sagte der Zeitung „Le Mond“: „Ein starkes Europa und ein starker Euro gehen Hand in Hand.“ Auch Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen erkennt zwar an, dass ein schwächerer Euro kurzfristig den Exporten des Euro-Raums und auch der Konjunktur „etwas Rückenwind“ geben würde. „Dieser Effekt ist aber begrenzt und würde sicherlich auch schon bald wieder nachlassen.“

Zudem droht bei gezielter Euro-Abwertung ein Währungskrieg: Die anderen Notenbanken könnten rasch Gegenmaßnahmen einleiten und ihre eigenen Währungen schwächen. Die Folge könnte ein weltweiter Abwertungslauf sein. Das könnte nicht das Vertrauen der Anleger sowie die Stabilität der Finanzmärkte gefährden.

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18 Kommentare zu "Währung in der Krise: 1 Euro = 1 Dollar"

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  • @ Ralph Fischer

    Wie gut Schulden "weginflationieren" funktioniert kann man in Argentinien oder Venezuela beobachten!

    "Weginflationieren" ist nichts anderes als legales Betrügen. Das kann man alle paar Jahrzehnte mit Dummköpfen machen. Langfristig machen aber immer weniger Marktteilnehmer Geschäfte mit diesen Betrügern.

    Dann müssen diese sich Geld in Fremdwährung mit Gerichtsstand im Ausland leihen und damit ist das einfache Betrügen beendet.

    Der nächste Schritt ist dann Lieferung nur noch gegen Vorkasse.

  • Ich lerne hier immer wieder dazu.

  • Das nennt sich Schulden weginflationieren und ist überhaupt nichts neues...

  • Ist das jetzt im Sinne des Hades Plans oder ist es nicht im Sinne des Hades Plans ???

  • .... und wenn Deutschland mit seinen Staatsschulden von über 6,5 Billionen Euro mit 1450 Jahren Tilgungszeit und 49 verschuldeten Generationen in die Pleite geht gibt es NUR ,und ALLEIN, den Weg der Währungsreform. Nur so läßt sich ein Pleitestaat entschulden ...... aber die Verursacher wollen alle wieder gewählt werden. Ist ja klar.

  • Wenn das jetzt in 1zu1 übergeht dann ist doch klar das alle Importe z.B. aus China oder Indien um rund 35 % ansteigen werden.

  • Nicht wirklich wir waren bei 1 Euro = 1,5 USD als es
    los ging.

  • Das hat doch nichts damit zu tun, wie der Wechselkurs zur Euroeinführung war. Hallo ..., die Erde dreht sich weiter.

  • bei Einführung war der Euro weniger als 1 USD wert. Auch die DM hat zum Dollar stark geschwankt. "Alle reden den Euro runter: erst Mario Draghi, jetzt Goldman Sachs." Ist doch klar: Draghi kommt doch aus der US-Finanzindustrie. Das Problem im Euroraum ist aber nicht der Wert des Euro zum USD, sondern die Probleme, die nicht gelöst werden. Es wurden und werden unübersehbare Risiken aufgebaut, die im Zweifelsfall keiner tragen kann, auch Deutschland nicht. Ich befürchte, dass in nicht all zu ferner Zukunft Zahltag sein wird.

  • ca. 30 mal, Michael Rensler.

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