Währung: Morgan Stanley prophezeit Euro-Absturz

Währung
Morgan Stanley prophezeit Euro-Absturz

Der Euro wird deutlich fallen - bis auf Parität zum US-Dollar. Das prophezeit Hans Redeker, Devisenstratege bei Morgan Stanley. Die Gründe dafür seien in Zypern und bei der Europäischen Zentralbank zu suchen.
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New York/LondonDer Euro läuft nach Einschätzung von Morgan Stanley Gefahr, in den nächsten zweieinhalb Jahren auf Parität zum US-Dollar zu sinken. Die Politik der Region ziele auf eine Schwächung der Währung zur Steigerung des Wachstums ab, argumentiert die US-Bank.

Die europäische Gemeinschaftswährung ist in diesem Jahr bisher 2,6 Prozent gesunken. Sie werde weiter nachgeben, da das Rettungspaket für Zypern Besorgnis um die Sicherheit der Spareinlagen in der Region schüre, sagte Hans-Günter Redeker, Leiter weltweite Devisenstrategie bei Morgan Stanley, in einem Interview in Sydney. Italiens Schwierigkeiten, nach den ergebnislosen Wahlen vom Februar eine Regierung auf die Beine zu stellen, werden ebenfalls den Euro schwächen, erklärte er.

„Angesichts der Zypern-Politik wird die Besorgnis zunehmen, die Peripherie zu finanzieren und dort Gelder anzulegen“, sagte Redeker. „Die langfristige Auswirkung ist, dass der geldpolitische Übertragungsmechanismus in Europa nicht funktioniert, es gibt keine Kredite, kein Wachstum und die Fiskalpolitik ist immer noch fragmentiert. Daher muss man beim Ausblick recht pessimistisch sein.“

Der Euro fiel am Dienstag zum ersten Mal seit November 2012 unter die Marke von 1,28 Dollar. Redeker sieht die Gemeinschaftswährung zum Jahresende bei 1,25 Dollar und bis Jahresende 2014 bei 1,19 Dollar. Die Median-Prognose von Analysten in einer Bloomberg-Umfrage lag bei einem Euro-Kurs von 1,29 Dollar zum 31. Dezember.

„Innerhalb von etwa zweieinhalb Jahren könnte er sich sehr nahe an die Parität bewegen, daher ist das Risiko einer Unterschreitung recht erheblich“, erklärte Redeker. Im März ist der Euroraum-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe stärker geschrumpft als Ökonomen erwartet hatten. Damit verstärken sich die Anzeichen, dass die Region sich schwertut, die Rezession hinter sich zu lassen. Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal so stark gesunken wie seit dem ersten Quartal 2009 nicht mehr.

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  • Alles richtig, aber: wir sitzen in der Falle, sagt Hans Werner Sinn, seitdem wir dem drei Stufen-Plan von Jaques Delors zur Einführung der Gemeinschaftswährung nach französischen Vorstellungen zugestimmt haben. Und bereits vorher wurde kolportiert, Mitterrand habe gesagt, daß es nichts nützt, den Deutschen die Waffen wegzunehmen, um ihre Hegemoniebestrebungen in Europa zu unterbinden, sondern daß man ihnen ihre Währung abnehmen muß: Und so stimmte Kohl dem Delors-Plan zu, weil die Franzosen nur dann seinen Plänen zur Deutschen Einheit zustimmen wollten: Und Kohl sprach sich vorher wohlweislich nicht mit Tietmeyer, dem damaligen Präsidenten der Bundesbank, ab, um nicht eine schallende Ohrfeige zu riskieren.
    Und seitdem sitzen Kohl und die Deutschen im Euro, aber dem Kohl bekommt der wesentlich besser, denn: Das Volk büßt immer, was die Könige tun, sagt uns der römische Satiriker Horaz. Für uns gibt es nur einen Ausweg: Die Bogenberger Erklärung lesen und die Alternative für Deutschland wählen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • Die 7 Biblischen Plagen ?
    EUROPA UND DER EURO !

    Da wird Heulen und Zähneklappern sein......

    Sofort raus aus dem Euro.

  • @Kamerun
    Sehr richtig,
    alle Parteien sagen die Wahrheit schon lange nicht mehr und wie sie richtig erkannt haben, sie regieren am Volk vorbei.
    Sie begreifen einfach nichts. Oder sie tun nur so, weil sie nicht weiterwissen.
    Dann sollen sie doch endlich die " richtigen Fachleute "fragen, wir haben sie doch.
    Keine Regierung kann auf Dauer gegen das Volk regieren, das zeigt uns die
    Vergangenheit .

    und @JFK... wie sie auch richtig schreiben.
    Die Politik müsste endlich mal den Mut haben, die Banken in die Insolvenz zu schicken und das dadurch gesparte Geld in die Wirtschaft stecken.
    Doch darauf werden wir vergeblich warten.
    Da Schicksal nimmt seinen lauf und die Marktlage, der Finanzmarkt, die Entwicklung wird die Banken dahinschicken, wo sie hingehören.
    Die seriösen und marktfähigen , die Zahlungsfähigen bleiben,
    die Pleitekandidaten und Zocker, die sich verzockt haben , die gehen.
    Ade, die brauchen wir nicht und die Wirtschaft auch nicht.
    Das will in so manches Hirn nicht hinein. der Gutmensch rettet alles, koste es was es wolle, keiner wird hängen gelassen. Was für ein Traum!
    Sozial ist da, was sozialistisch geteilt wird, auch die Schulden und Verluste.

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