Währung reagiert
Euro sackt weiter ab – unter 1,35 Dollar

Sorgen um Schuldenkrise in Europa belasten den Euro. Die europäische Währung fiel in Richtung 1,35 Dollar. Nach Informationen von Insidern könnte Irland schon bald die Hilfe der EU in Anspruch nehmen. Daneben beschäftigten sich die Anleger wieder einmal mit Griechenland. Offenbar hat das südeuropäische Land seine Hausaufgaben nicht gemacht.
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HB FRANKFURT. Zunehmende Sorgen um das Ausmaß der Schuldenkrise in Europa haben den Euro am Dienstag auf ein Tagestief von 1,3496 Dollar gedrückt. Der Dollar-Index, der die Kursentwicklung der US-Währung zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, kletterte zeitweise auf den höchsten Stand seit dem 28. September.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Hinweise verdichtet, dass Irland für seine klammen Geldinstitute Hilfen aus dem EU-Rettungstopf in Anspruch nehmen könnten. In Brüssel sind die Euro-Finanzminister am Dienstagnachmittag zu einem Treffen zusammengekommen, um einen Ausweg für die Schuldenproblematik in Irland zu suchen.

Nach Informationen aus unterrichteten Kreisen verhandelt Irland mit Vertretern der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds über eine Rettungsaktion. Diese würde nicht nur die Staatsfinanzen stützen, sondern auch der Regierung ermöglichen, Kapital in die Banken des Landes zu pumpen. Das würde bedeuten, dass Irland den Anleihemarkt für einen längeren Zeitraum nicht anzapfen müsse. Die Verhandlungen dauerten noch an und eine Entscheidung sei noch nicht erreicht, berichtete die informierte Person.

Neben Irland geriet Griechenland erneut in den Fokus. Der österreichische Finanzminister Josef Pröll hatte am Nachmittag erklärt, das südeuropäische Land habe seine Auflagen für das EU-Hilfspakets nicht erfüllt. Daher habe Österreich die Auszahlung der Dezember-Tranche noch nicht freigegeben, so Pröll vor Journalisten in Wien am Dienstag weiter. Die Versicherung eines zehn Mio. schweren griechischen Kredites gegen Zahlungsausfall mittels Credit Default Swaps (CDS) mit einer Laufzeit von fünf Jahren stieg daraufhin um 100 Basispunkte auf 950 Basispunkte.

Auch am deutschen Aktienmarkt machte sich die Nervosität der Anleger bemerkbar. Der Dax weitete seine Verluste aus und notierte zum Schluss 1,9 Prozent tiefer.

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  • @say the truth. was sie sagen, hat mit "truth" wenig zu tun, sondern ist Quatsch. Es ist kennzeichnend für die Realitätsverzerrung hierzulande. Wir müssen weder bei null anfangen-wie kommen sie auf sowas ?- noch werden wir in eine angebliche "Nazi-Zange" genommen. im gegenteil meine ich, daß nazi-Diffamierung o.ä. sehr gering ist, wenn man sich vor augen führt, was damals abgelaufen ist. Man sollte soviel geschichtskenntnis haben, um zu wissen, daß deutschland, und hier insbesondere die CDU es war, das den euro unbedingt wollte. Die euro skeptiker wurden von der CDU immer wieder abgekanzelt; es könne niemals zu Problemen kommen, denn es gebe ja den Maastricht Vertrag, der die maximale schuldenhöhe verbindlich festlege. (Ha ha ha). Dabei haben die deutschen Lügner selbst ständig gegen Maastricht verstoßen. Auch daß die deutsche bevölkerung den euro eher ablehnte, war den Schwarzen egal. Hauptsache mehr Export ! CDU und SPD haben den euro um jeden Preis gewollt, denn damit kam die kurzfristige Umsatzmaximierung für die deutsche Exportindustrie. Jetzt, wo die sache schiegeht- was aber von vorneherein klar war- jetzt wird gelogen, daß sich die balken biegen, um die Schuld abzuschieben. das ist wieder einmal ein typisches beispiel für den deutschen Charakter- keine fehler eingestehen, sondern dreist lügen und auf andere abschieben, nach dem motto "hach was werden wir betrogen". Die, die im glashaus sitzen, werfen bekanntlich immer die dicksten Steine.

  • [7] SayTheTruth, ihre Vermutung kann ich nicht teilen. Deutschland hat so sehr bezahlt, daß selbst den briten beim Namen „butcher Arthur Harris“ speiübel wird.
    Die Amerikaner selbst haben darauf gedrungen, mit Reparationszahlungen nicht die gleichen Fehler wie nach dem 1. Weltkrieg zu begehen.
    Das 3. Reich ist untergegangen. Einen Rechtsnachfolger gibt es nicht. Das ist allen bis auf ein paar griechischen Wirrköpfen klar.
    Frankreich hat uns zuerst die Hand gereicht und so wollen wir es belassen. Unter Ehrenleuten reicht der Handschlag.
    Mein "2ème Père" war Franzose und ist mir als äußerst liebevoller Mensch in Erinnerung geblieben.

    Auch wenn Sarkozy charmant ist, denke ich schon, daß er Merkel für eine doofe Zicke hält. Frankreich hat in Deutschland Vertrauen gesetzt und Deutschland hat mehrmals gepatzt (Stabilitätspakt, Roma).

  • Was ich vermute ist, dass der EURO die letzte grosse 2. Weltkriegs-Reparationszahlung an die Nachbarländer ist, denn wir geben alles und werden nach einer neuen Währungsreform mit der neuen D-Mark wieder bei "null" anfangen müssen. Aber dann als freies Land, ohne ständig in die Nazi-Zange genommen zu werden. Mal sehen.

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