Währung
Slowakei macht großen Schritt Richtung Euro

dpa-afx BRÜSSEL/BRATISLAVA/WARSCHAU. Die Slowakei macht einen großen Schritt Richtung Euro. Die slowakische Krone ist seit Samstag im Wechselkursmechanismus (ERM II) und damit sozusagen in das "Wartezimmer" vor der Eurozone eingetreten. Ein entsprechende Übereinkunft gab der für Währungsfragen in der EU zuständige Wirtschafts- und Finanzausschuss in Brüssel bekannt. Die slowakische Regierung verpflichtet sich zu gesunden Staatsfinanzen, moderater Lohnpolitik und Preisstabilität. Der Aufnahmebeschluss wurde am Wochenende bekannt gegeben, um Spekulationen an den Finanzmärkten zu vermeiden.

Das Land versucht, zum 1. Januar 2009 den Euro einzuführen. Wie Finanzminister Ivan Miklos in Bratislava mitteilte, wurde mit der Europäischen Zentralbank und den Ländern der Euro-Zone als zentraler Wechselkurs ein Wert von 38,45 Kronen für einen Euro festgelegt. Das bedeutet, dass die Krone nun zwei Jahre lang mit einer maximalen Schwankungsbreite des Wechselkurses von 15 Prozent von diesem Wert nach oben oder unten an den Euro gebunden ist. Werden diese Marken überschritten, wird automatisch an den Devisenmärkten interveniert.

Der neue konservative polnische Regierungschef Kazimierz Marcinkiewicz hält eine spätere Volksabstimmung zur Euro-Einführung in seinem Land für möglich. "Es könnte ein Referendum sein", sagte er am Freitag in Warschau Brüsseler EU-Journalisten. Direkte Demokratie bei diesem wichtigen Thema sei eine "gute Idee". Polen wolle sich zunächst bis 2009 Zeit nehmen, alle Maastricht-Kriterien - wie beispielsweise die 3-Prozent-Grenze beim Defizit - einzuhalten. Dann solle gesehen werden, wie schnell man den Euro einführen könnte.

Im vergangenen Mai waren schon Lettland, Malta und Zypern in den Wechselkursmechanismus aufgenommen worden. Bislang gehören zwölf EU- Mitglieder der Eurozone mit rund 300 Mill. Einwohnern an. Neben der Wechselkursstabilität müssen alle Länder im ERM II vor Einführung des Euro auch die Maastricht-Kriterien erfüllen, zu denen neben einer niedrigen Inflation auch ein Staatsdefizit unter drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt sowie eine nicht zu starke Staatsverschuldung zählt.

Auch die baltischen Staaten Estland und Litauen sowie Slowenien sind bereits seit Juni vergangenen Jahres ERM-II-Mitglied. Dänemark ist schon seit längerem dabei, allerdings mit einer selbst gewählten engeren Schwankungsbreite von lediglich 2,25 Prozent.

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