Währung
Warum China den Yuan nicht abwertet

Durch eine Abwertung des Yuan könnte China seine Wirtschaft ankurbeln - wie so oft in der Vergangenheit. Doch diesmal will die Regierung davon nichts wissen. China verfolgt ein anderes Ziel für seine Währung.
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Das Wachstum in China schwächelt. Das Land könnte den Wechselkurs des Yuan drücken, um die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft nicht komplett aus der Spur zu bringen. Doch davor schreckt die People's Bank of China (PBoC) diesmal zurück.

Die Ausfuhren waren im vergangenen Monat um 3,1 Prozent gesunken. Experten hatten dagegen mit einem Plus von vier Prozent gerechnet. Gleichzeitig stimmt die chinesische Regierung Handelspartner und Finanzmärkte auf eine Konjunkturabkühlung ein. Sie rechnet für 2013 nur noch mit einem Plus von 7,5 Prozent.

„Die PBoC muss ihre Geldpolitik korrigieren und an das veränderte Umfeld anpassen“, betont Liu Ligang, Chef-Analyst für China bei der ANZ Bank. Anderen Börsianern zufolge zahlt China nun den Preis dafür, die Export-Nachfrage falsch eingeschätzt zu haben. Die Regierung habe offenbar mit einem Anstieg der Ausfuhren gerechnet und die Währung zu stark aufwerten lassen. Der Yuan ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der Notenbank täglich festgesetzten Kurs um maximal ein Prozent über- oder unterschreiten.

Der Kursanstieg zum Dollar sei dabei das geringste Problem, fügt ANZ-Experte Liu hinzu. Schließlich liege er im Vergleich zum Jahreswechsel bei lediglich 1,5 Prozent. Wichtiger seien Veränderungen zu anderen asiatischen Währungen wie dem japanischen Yen oder dem koreanischen Won. Hier liegt das Plus bei bis zu 25 Prozent. „Das ist deshalb so besorgniserregend, weil China mit den Volkswirtschaften der Asean-Staaten konkurriert“, sagt Liu weiter. „Wir könnten weitere Entlassungen bei den chinesischen Industrieunternehmen sehen.“

Die Verwundbarkeit chinesischer Firmen macht der Fall Rongsheng Heavy Industries deutlich. Die größte private chinesische Schiffswerft musste angesichts einer rückläufigen Nachfrage und des harten Wettbewerbs mit japanischen und koreanischen Konkurrenten vergangene Woche um staatliche Hilfen bitten.

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Abwertung ist kein Allheilmittel

Kommentare zu " Währung: Warum China den Yuan nicht abwertet"

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  • Hängt halt davon ab, wie man "Reichtum" definiert. Wenn eine florierende Wirtschaft dazugehört, gibt es viele Länder.

    England hat durch die Abwertung 1992 seine internationale Konkurrenzfähigkeit erhalten können.
    Polen hatte aufgrund seiner eigenen Währung wesentlich weniger Stress als vergleichbare Euro-Länder während der Finanzkrise. China hat sich damit als Werkbank der Welt etabliert.

    Wenn man sich auf den Kontostand beschränkt, dann mag Ludwig Ehrhart für eine kurze Zeit recht haben, siehe Griechenland.

  • Abwertung des Yuan bei dem Schuldenstand der USA: Wer kann so etwas wollen auf der Welt?

  • Abwertung? Vielleicht kann das HB das folgende Zitat mal zur Kenntnis nehmen und auch kommunizieren! Zitat von Prof. Ludwig Erhard, dessen Kompetenz wohl unumstritten ist: "Noch nie ist ein Volk durch Abwertung reicher geworden!" Sollte irgend ein Kommentator, HB-Redakteur oder sonst wer daran zweifeln, möge er bitte die Argumentation vorlegen.

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