Währungen
Anleger verkaufen Dollar – Euro überspringt 1,39

Auch heute verliert der US-Dollar an Wert. Investoren erwarten in Zukunft eine noch laxere Geldpolitik in den USA. Damit nicht genug: Der US-Arbeitsmarkt kriselt und der Internationale Währungsfonds senkt die Wachstumsprognose für die größte Volkswirtschaft der Welt.
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HB FRANKFURT. Der Dollar steht weiter unter Druck. Die Erwartung, dass die US-Notenbank zur Stützung der Wirtschaft erneut ihre Geldschleusen öffnen wird, hat am Mittwoch den Dollar unter Druck gesetzt. "Mit jedem schwachen Konjunktursignal wird die Wahrscheinlichkeit für eine quantitative Lockerung der US-Geldpolitik größer", kommentierte HSBC-Trinkaus-Chefvolkswirt Stefan Schilbe einen unerwarteten Rückgang der Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft. Der Euro kletterte bis auf 1,3935 Dollar, zur japanischen Währung fiel der Greenback auf ein 15-Jahres-Tief von 82,77 Yen. Der Dollar-Index, der einen Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, fiel auf 77,570 Stellen.

Einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge ist die Zahl der Stellen im Privatsektor der USA im September um 39 000 gesunken, während von Reuters befragte Analysten ein Plus von 24 000 erwartet hatten. "Das ist ein klares Signal, dass der US-Arbeitsmarkt alles andere als rund läuft, mit den entsprechenden Folgen für die Geldpolitik", sagte Schilbe. Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht wird am Freitag veröffentlicht.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) äußerte sich zurückhaltend zur Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft. Er senkte für das laufende und das nächste Jahr seine Wachstumsprognose deutlich auf 2,6 beziehungsweise 2,3 Prozent. Zuvor hatte ein führender US-Notenbanker die Spekulationen über eine weitere Lockerung der USA genährt. Der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, stellte weitere Geldspritzen in Aussicht, um die Wirtschaft in Gang zu bringen.

Angesichts dessen prallte die Abstufung der Kreditwürdigkeit Irlands durch die Ratingagentur Fitch am Euro weitgehend ab. Fitch hatte seine Einstufung Irlands auf "A+" von "AA-" gesenkt und eine weitere Senkung signalisiert. Der Risikoaufschlag für zehnjährige irische Staatsanleihen im Vergleich zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit stieg auf 781 Basispunkte.

Die Aussicht auf eine langanhaltende Niedrigzinsphase in den USA trieb Anleger in Staatsanleihen. Der Bund-Future kletterte um 55 Ticks auf 132,01 Zähler, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,212 Prozent. Am US-Rentenmarkt rutschte die Rendite für fünfjährige US-Staatsanleihen auf ein Rekordtief von 1,124 Prozent.

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