Währungen
Chinas Yuan steht so tief wie 2011

Die chinesische Währung Yuan gerät im Verhältnis zum US-Dollar weiter unter Druck. Er fiel auf den schwächsten Außenwert seit Juni 2011. Unterdessen zeigt sich der Euro nahezu unverändert.

PekingDie chinesische Währung Yuan gerät im Verhältnis zum US-Dollar weiter unter Druck. Der Renminbi, wie der Yuan auch genannt wird, gab am Dienstag im Devisenhandel stark nach und fiel auf den schwächsten Außenwert seit Juni 2011. Er sank um 114 Basispunkte, die Notenbank in Peking setzte den Mittelkurs auf 6,4864 Yuan je US-Dollar fest.

Der Wechselkurs des Yuan kann nicht unbegrenzt frei schwanken, weil er von der Zentralbank innerhalb bestimmter Grenzen kontrolliert wird. Von dem täglich festgesetzten Mittelkurs darf er nach oben und unten jeweils um zwei Prozent abweichen. Die chinesischen Währungshüter hatten allerdings das Verfahren, nach dem sie den Zentralkurs ermitteln, im August umgestellt. Sie orientieren sich jetzt stärker an Angebot und Nachfrage am Markt.

In diesem Jahr ist der Wert des Yuan gegenüber dem US-Dollar bereits um fünf Prozent gefallen. Experten erwarten, dass der Trend anhält. Sie sehen die zentral gelenkte langsame Abwertung als Versuch, die Exporte des Landes zu stärken und damit eine größere Rezession in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu verhindern. Die einst sehr hohen Wachstumsraten der Volksrepublik hatten sich zuletzt abgekühlt. Eine schwächere heimische Währung verbilligt Exportprodukte im Ausland und kann so dazu beitragen, eigene Ausfuhren anzukurbeln.

International gewinnt der Yuan dennoch immer mehr an Bedeutung. Vor kurzem hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington beschlossen, ihn in den Kreis der Welt-Reservewährungen aufzunehmen.

Der Euro hat sich am Dienstag gegenüber dem Dollar weitgehend um den Vortagesstand bewegt, ist zuletzt aber leicht unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Mittag bei 1,0945 Dollar 0,2 Prozent niedriger.

Marktteilnehmern zufolge erhielt der Greenback Rückenwind vom Anstieg der zehnjährigen Treasuries-Renditen. Allerdings sorgt die knappe Liquidität derzeit für starke Ausschläge.

Der Euro dürfte 2016 etwa 4 Prozent zum Dollar nachgeben, lautet der Konsens der Analystenschätzungen laut Bloomberg- Daten. Die beiden größten Marktteilnehmer rechnen jedoch damit, dass die europäische Gemeinschaftswährung im nächsten Jahr die Parität zum Dollar durchbrechen wird.

Der Schweizer Franken trat zum Euro bei 1,08440 Franken auf der Stelle und gab zum Dollar um 0,2 Prozent auf 98,99 Rappen nach. Der japanische Yen war zum Euro bei 131,88 Yen gut behauptet und zum Dollar bei 120,39 Yen wenig verändert.

Im weiteren Handelsverlauf könnten jedoch Konjunkturdaten für etwas Belebung sorgen. Zuletzt hatten italienische Stimmungsindikatoren positiv überrascht. Am Nachmittag steht in den USA noch die Vorlage von Daten zum Verbrauchervertrauen, zur Handelsbilanz und zum Immobilienmarkt an.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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