Währungen

Der Euro im Abwärtssog

Der Euro ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Die Aussichten sind nicht gut. Viele Anleger kommen auf die Idee, ihr Geld in andere Währungen zu investieren. Doch für Anfänger ist das nichts.
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Der Euro schwächelt stark gegenüber vielen Währungen - das dürfte sich vorerst auch nicht ändern. Quelle: Reuters

Der Euro schwächelt stark gegenüber vielen Währungen - das dürfte sich vorerst auch nicht ändern.

(Foto: Reuters)

FrankfurtWie wäre es jetzt mit einem Urlaub in Brasilien? Zuckerhut und Amazonas bestaunen und einen Caipirinha an der Copacabana schlürfen - das alles wird billiger. Denn Brasilien ist momentan fast das einzige Land, in dem der Euro nicht an Wert verliert. Grund sind verschiedene Maßnahmen der brasilianischen Regierung und Notenbank, die den teuren Real derzeit künstlich schwächen.

Gegenüber vielen anderen Währungen ist der Euro in diesem Jahr dagegen deutlich eingebrochen. Zum US-Dollar markierte die Gemeinschaftswährung gestern mit 1,2168 Dollar sogar ein Zweijahrestief. Aktuell liegt der Kurs bei rund 1,22 Dollar. Das verdirbt nicht nur die Urlaubslaune, es verunsichert auch die Sparer hierzulande. Doch statt kopflos sein Geld ins Ausland zu tragen, sollten Währungsanlagen gut überlegt sein.

"Kein Markt reagiert emotionaler und schneller als der Devisenmarkt", sagt Janwillem Acket, Chefvolkswirt beim Bankhaus Julius Bär. Das liegt daran, dass in diesem Markt mit Abstand der meiste Handel stattfindet. Selbst am Wochenende steht er nie ganz still. Nach den jüngsten Daten der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aus dem Jahr 2010 wechseln weltweit täglich Devisen im Wert von vier Billionen Dollar den Besitzer. Zum Vergleich: In derselben Zeit werden Aktien für nur 320 Milliarden Dollar gehandelt.

Am Devisenmarkt tummeln sich nicht nur Unternehmen, Banken und Zentralbanken. "Über 90 Prozent des Volumens wird von spekulativen Investoren bewegt", sagt Ulrich Leuchtmann, Leiter Devisenanalyse bei der Commerzbank. Diese reagieren blitzschnell auf neue Informationen. Einzelne Spekulanten können jedoch keinen Wechselkurs manipulieren, räumt Leuchtmann mit einem alten Mythos auf. Weil der Markt so groß ist, werden die Kursbewegungen vielmehr durch die Stimmung der Masse beeinflusst.

Und diese Stimmung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Sofern die Wechselkurse nicht fixiert sind, sind sie Ausdruck für die relative Stärke der Währungen. Normalerweise ist diese Stärke fundamental begründet. Das bedeutet, eine starke Wirtschaftskraft, eine niedrige Verschuldung und ein hohes Zinsniveau gehen einher mit einer starken Währung und umgekehrt. Teilweise versuchen Regierungen und Notenbanken, ein starke Aufwertung zu bremsen, wie die Schweiz, die seit September einen Mindestwechselkurs zum Euro verteidigt.

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35 Kommentare zu "Währungen: Der Euro im Abwärtssog"

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  • Hat schon jemand gehört oder gelesen, ob die Trottel in der Politik einen Ferrari mit U-Boot kreuzen wollen?

    Der Schwachsinn in der Politik ist doch wirklich unschlagbar und grenzenlos.

    Stimmt nicht, na gut.

  • +++ Der Staatsfeind Nr. 1 +++
    ----------------------------------------
    Was brauche ich eigentlich,
    um festzustellen,
    dass Deutschlands Politiker
    der Staatsfeind Nr. 1 ist?

    Meine Augen und meinen Verstand?

    Deutschland hat fertig?

    Ein recht schaffender fleißiger Deutscher in Deutschland,
    da hast du richtig verloren!

    Jetzt fehlt in Deutschland nur noch,
    verschwundene,
    gefolterte,
    getötete Deutsche!

    „Kommt sicher noch“

    Der Deutsche, der feige einsame Vollidiot?

  • Die Schweiz würde sich damit ein Bärendienst erweisen.
    Die Gelder würden nach Singapur abfließen, da liegt ein riesen devisenhungeriges Land, China

  • Damit würde die Schweiz sich ein Bärendienst erweisen.
    Die Gelder würden in Singapur landen, China liegt da vor der Haustür und der Finanzbedarf ist dort astronomisch

  • Wenn Europa überleben will dann geht es nur ohne Deutschland . Geht es so weiter ,fallen alle in den Strudel der Abhängigkeit . Das heißt einige in Europa können nicht mehr ohne DE und auch nicht mehr mit DE . Deutschland profitiert vom billigen Euro , wie kein anderes Land in der Welt . Und solange wie Europa für schlechte Stimmung sorgt, solange kommen wir bequem an Rohstoffe . Ein Trend zeigt sich derzeit in der Welt das Produkte aus Europa und vor allem aus Deutschland an Exklusivität verlieren . Mit Merkel verliert Deutschland seine Glaubwürdigkeit in Produkt , Qualität und Politk .
    Mit Eurobonds hätte wir diese Probleme nicht .Wir würden der Welt zeigen das wir Verantwortung übernehmen können . Und wir hätten auch ein Recht den andern vorzuschreoben wie sie zu sparen haben .

  • Mal eine blöde Frage...kann mir jemand den gerade passierenden Euro-Ausbruch erklären? Für mich sieht das so langsam künstlichen Eingriffen aus wenn ich das so alles betrachte. Das Ding stürzt nach wie vor und immer wieder diese schubweisen Anstiege aus dem Nichts.

  • So werden Sie es machen. Die Konteneinlagen werden ausradiert, die Staatsbürgerder Schweiz - und nur die - erhalten dann NeuFranken. Auf diese Weise sind dann auch die ganzen Schwarzgelder der Steuerbetrüger in Luft aufgegangen.
    Eigentlich eine gute Idee, sollte ich der schweizerischen Regierung mal empfehlen :-))

  • Trösten Sie sich, die Schweizer werden ihre Eigenstaatlichkeit in ihrem Interesse zu nutzen wissen, um ihre Geldwerte fast unbeschadet durch eine kluge Währungsrefom wieder herzustellen und den ganzen transformierten EURO-Dreck, der Nicht-Residenten gehört oder ab einem gewissen Zeitpunkt aus dem Nichts als Konteneinlagen aufgebaut wurden, in Rauch aufgehen lassen.

  • Das ändert an der Tatsache nichts,
    der Euro ist für die Südstaaten zu „hart“, und dagegen muss etwas unternommen werden.
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    Nicht der Euro ist für die Südstaaten zu hart, die Mentalität der Nordstaaten ist für die Südstaaten zu "hart"! Mit deren Manjana-Mentalität werden sie niemals eine wettbewerbsfähige Industrie und Wirtschaft aufbauen. Wir brauchen also ein Europa der zwei Geschwindigkeiten - ein Splitting zwischen Nord- und Süd-Euro. Dann könnte der ClubMed soviele Bonds drucken, bis die Schwarte kracht!

  • Nö, der SFR würde erst einmal gewaltig aufwerten. In der Folge dann allerdings wird die SNB ein Problem haben, da sie auf einem Berg Euro-Schrott sitzt. Dies könnte dann allerdings eine SFR-Abwertung zur Folge haben, da die Verluste der SNB den schweizer Staatshaushalt zum Kollaps bringen könnte....

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