Währungen
Der Euro ist nicht zu stoppen

Selbst ein milliardenschweres Rettungspaket für Portugal kann dem Euro nichts anhaben: Der Kurs steigt immer weiter. Die Marke von 1,50 Dollar rückt näher.
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FrankfurtMit zeitweise 1,4932 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am Mittwochnachmittag so hoch wie seit Dezember 2009 nicht mehr. Es gebe einfach keine Gründe, den Euro in großem Stil zu verkaufen, erklärte Unicredit-Währungsstratege Roberto Mialich in Mailand. "Am Ende des Tages werden doch wieder Dollar verkauft, und es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir die Marke von 1,50 Dollar testen", fügte Mialich hinzu. Als Euro-Käufer machten Händler in London auch große staatliche Adressen aus Asien aus.

Die Zinsdifferenz sei das alles entscheidende Kriterium für den Handel, sagte Audrey Childe-Freeman, Währungsanalystin bei JP Morgan Private Bank. "Die Devisenmärkte scheinen gelernt zu haben, mit den Nöten der Peripherie-Länder der Euro-Zone zu leben." Portugal hatte sich mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf ein 78 Mrd. schweres Rettungspaket geeinigt. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald die Zinsen weiter anheben wird, dürfte Portugal wie auch das hoch verschuldete Griechenland zwar belasten. Doch der Euro profitiert Händlern zufolge vor allem davon, dass in den USA bis auf weiteres keine Zinswende ansteht.

Viele Börsianer rechnen für den Sommer mit einer zweiten Zinserhöhung der EZB. Die Notenbanker hatten im April den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben und damit die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik eingeleitet. Am Donnerstag könnte EZB-Chef Jean-Claude Trichet nach der turnusmäßigen Sitzung der Notenbank Hinweise auf den nächsten Zeitpunkt für eine Erhöhung geben. Mit einem Zinsschritt am Donnerstag rechnet derzeit kaum ein EZB-Beobachter.

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