Währungen
Devisenanleger flüchten in sichere Häfen

Das britische Pfund wird längerfristig von Analysten als angezählt gesehen – viele rechnen mit Wirtschaftshilfen der Bank of England. Währenddessen klettert der Dollar auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren.
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FrankfurtDie Erleichterung einiger Anleger über ein leichtes Wachstum der britischen Wirtschaft im ersten Quartal hat am Donnerstag dem Pfund Sterling leichte Gewinne beschert. Die britische Währung kletterte auf 1,5091 Dollar von 1,5043 Dollar am Vorabend. Zuvor war bestätigt worden, dass im ersten Quartal das Bruttoinlandsprodukt in Großbritannien um 0,3 Prozent zum Vorquartal zugelegt hatte. „Ich hatte mit einer leichten Revision nach unten gerechnet, und daher bin ich wirklich erleichtert, dass es das nicht gegeben hat“, erklärte Marktanalyst Craig Erlam von Alpari in London.

Allerdings dürfte der Dollar angesichts der Aussicht auf ein baldiges Ende der ultralockeren US-Geldpolitik bald wieder zulegen. Dagegen wird das Pfund längerfristig von Analysten als angezählt gesehen, da viele damit rechnen, dass die Bank of England (BoE) im Jahresverlauf der Wirtschaft des Landes erneut unter die Arme greifen wird.

Zu den als sicherer Hafen angefahrenen Währungen Japans und der Schweiz gab das Pfund etwas nach. Zum Euro notierte es bei 85,47 Pence nahezu unverändert.

Der Euro ist am Donnerstag nach überraschend guten Konjunkturdaten aus der Eurozone wieder über 1,29 US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2911 US-Dollar, ihr Tageshoch hatte sie zuvor bei 1,2921 Dollar erreicht. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2888 (Mittwoch: 1,2923) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7759 (0,7738) Euro.

Eine Umfrage unter ranghohen Unternehmensvertretern der Eurozone sorgte am Devisenmarkt für eine handfeste Überraschung und verlieh der Gemeinschaftswährung neuen Auftrieb. Im Mai hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Der am Devisenmarkt stark beachtete Einkaufsmanagerindex für die Eurozone war sogar deutlich stärker als erwartet gestiegen.

Nach Einschätzung von Experten der Allianz lässt die jüngste Stimmungsaufhellung auf eine sachte konjunkturelle Erholung schließen. „Nach eineinhalb Jahren könnte sich die Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal aus der Rezession befreien“, so die hoffnungsvolle Analyse. Dagegen spielten schwache Konjunkturdaten aus China am Devisenmarkt kaum eine Rolle. Während die Aktienmärkte zum Teil starke Verluste einfuhren, konnten die schlechten Daten aus China die Nachfrage nach der Gemeinschaftswährung nur zwischenzeitlich dämpfen.

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  • Rückkehr des Vertrauens? von was träumt denn der Barroso?

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