Währungen
Dollar auf Sechs-Wochen-Hoch

Reduziert die Notenbank Fed das milliardenschwere Kaufprogramm von US-Staatsanleihen? Entsprechende Gerüchte beflügeln den US-Dollar. Gleichzeitig verliert der Euro, auch wegen der Schuldenkrise in Irland.
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HB FRANKFURT. Der Dollar steigt. Spekulationen auf geringere Anleihe-Käufe durch die Fed als bislang gedacht hat ebenfalls die US-Bonds am Montag auf Talfahrt geschickt. Einem Zeitungsbericht zufolge wollen konservative Volkswirte die US-Notenbank davon abbringen, zur Ankurbelung der Konjunktur weitere Treasury Bonds im Volumen von 600 Milliarden Dollar aufzukaufen.

Der T-Bond-Future fiel daraufhin um fast einen vollen Punkt auf 127 1/32 Zähler. In seinem Sog gab sein deutsches Pendant - der Bund-Future - 59 Ticks auf 128,82 Stellen nach. Gleichzeitig erholte sich der Dollar, der Börsianern zufolge neben den steigenden Renditen der T-Bonds zusätzlich von der irischen Schuldenkrise profitierte. Der Dollar-Index, der die Kursentwicklung der US-Valuta zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, kletterte zeitweise auf ein Sechs-Wochen-Hoch. Ein Euro verbilligte sich am Montag auf 1,3636 Dollar von 1,3691 Dollar im späten New Yorker Freitagsgeschäft.

Einige Analysten betonten, dass nach einigen positiven Konjunkturdaten der vergangenen Wochen die Fed womöglich gar nicht mehr gezwungen sei, das angekündigte Ankauf-Volumen vollständig auszuschöpfen. Der Anstieg der am Montag veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze lag den Angaben des Handelsministeriums zufolge im Oktober mit 1,2 Prozent fast doppelt so hoch wie von Analysten erwartet. Dies war das vierte Plus in Folge. Der Einzelhandelsumsatz gilt als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt.

Nach Einschätzung von Börsianern ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Irland den EU-Rettungstopf anzapfen wird. "Gerüchte besagen, dass auch die EZB mittlerweile Irland drängt, schnell den Rettungsmechanismus auszulösen", schrieben die Analysten der Commerzbank in ihrem Marktkommentar. Dies dämpfe die Verunsicherung, ob und wie dieser Mechanismus tatsächlich funktioniert. Außerdem steige damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich Deutschland mit seiner Forderung durchsetzt, dass bei Pleiten von Euro-Staaten auch private Investoren bluten müssen. "Schlecht für die Peripherie-Anleihen, aber gut für den Euro, denn mehr Beteiligung der Investoren heißt: Weniger Transferunion", fügten die Analysten hinzu.

Die Aussicht auf baldige Hilfen für das hoch verschuldete Irland sorgte allerdings erst einmal für Entspannung an den Rentenmärkten. Die Risiko-Aufschläge (Spreads) für zehnjährige irische Anleihen verringerten sich im Vergleich zu den entsprechenden Bundespapieren um neun auf 581 Basispunkte. Parallel dazu verringerten sich die Kosten für die Versicherung eines zehn Millionen Euro schweren irischen Kredites gegen Zahlungsausfall um 20.000 auf 520.000 Euro.

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