Währungen
Dollar unter Druck, Euro legt kräftig zu

Das Aufbäumen des Dollars war nur von kurzer Dauer. Heute legt der Euro wieder deutlich zu. Inflationsängste belasten das britische Pfund.
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HB FRANKFURT. Der Euro erholte sich am Mittwoch etwas von seinen Kursverlusten des Vortages. Die Gemeinschaftswährung stieg bis zum Nachmittag auf 1,397 Dollar nach 1,3729 Dollar im späten Geschäft am Dienstag.

"Der Abwärtstrend des Dollars bleibt intakt, da die Zinserhöhung in China die Wirtschaft nicht stark abbremsen wird", sagte Jane Foley, Währungsstrategin bei der Rabobank. Spekulationen auf einen starken Dämpfer für Chinas Wirtschaft wegen teurerer Kredite hatten die Anleger am Vortag in den als weniger riskant eingestuften US-Dollar getrieben.

Die Dollar-Verluste der vergangenen Wochen seien insgesamt aber übertrieben gewesen, betonte Analystin Foley. Deswegen sei das Aufbäumen der US-Währung vom Vortag "Teil einer gesunden Korrektur." Devisen-Experte Hideki Amikura von Nomura Trust and Banking rechnet kurzfristig mit erneuten Kursverlusten des Euro.

Denn die US-Notenbank wolle offenbar den Markt davon abhalten, auf eine massive Lockerung der Geldpolitik zu setzen, fügte er hinzu. Die Fed spricht jüngsten Äußerungen ihrer Vertreter nach momentan nicht mit einer Stimme: Dennis Lockhart, Chef der Fed von Atlanta, hatte am Vortag den Ankauf von Staatsanleihen im Volumen von 100 Mio. Dollar monatlich ins Gespräch gebracht. Sein Kollege Richard Fisher von der Fed von Dallas bezweifelte allerdings den Nutzen solcher Maßnahmen für die Konjunktur. Fed-Ratsmitglied Elizabeth Duke betonte sogar, eine Lockerung der Geldpolitik sei alles andere als abgemacht.

Die Furcht vor einer anziehenden Inflation belastete das Pfund Sterling. Die britische Valuta fiel bis auf ein Vier-Wochen-Tief von 1,5655 Dollar. Zur europäischen Gemeinschaftswährung rutschte das Pfund um bis zu 0,6 Prozent auf 1,1355 Euro ab. Den Protokollen der jüngsten Ratssitzung der Bank von England zufolge haben sich erstmals seit vergangenem November einige Mitglieder für eine weitere Lockerung der Geldpolitik ausgesprochen. Außerdem erreichte die Staatsverschuldung im September trotz des Sparkurses mit 64,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ein Rekordhoch.

Am Rentenmarkt fiel der Bund-Future um zwölf Ticks auf 130,07 Punkte. Einige Analysten machten charttechnische Gründe für die Verluste verantwortlich. Mangels Impulsen von Konjunkturdaten könne sich die Korrektur des Terminkontraktes erst einmal fortsetzen, bemerkten die Analysten der Helaba.

Eine Verzögerung bei der Verabschiedung des Sparhaushaltes im portugiesischen Parlament nährte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Landes. Die Risikoaufschläge für zehnjährige Anleihen des südeuropäischen Staates stiegen um sechs Basispunkte auf 332 Basispunkte. "Es ist offensichtlich, dass es Probleme bei der Kompromissfindung bei den Haushaltsproblemen gibt", sagte Klaus Baader, Chefökonom Europa bei Societe Generale. Seiner Ansicht nach nimmt die Gefahr von Rückschlägen bei negativen Nachrichten bei Peripherie-Bonds wieder zu.

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