Währungen: „Eher ein schwacher Dollar, als ein starker Euro“

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„Eher ein schwacher Dollar, als ein starker Euro“

Euro-Investoren schütteln Sorgen um Ungarn und Irland ab. Die Gemeinschaftswährung befindet sich auf dem Weg in Richtung 1,30 Dollar. Der ungarische Forint gerät derweil unter Druck, der Risikoaufschlag für irische Anleihen steigt.
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HB FRANKFURT. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung in den USA haben Investoren am Montag dem Euro die Treue gehalten. Nur kurz ließen sich die Anleger davon verunsichern, dass Ungarn mit dem IWF und der EU über weitere Sparmaßnahmen streitet und die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Irlands herabgestuft hat. Am Nachmittag notierte der Euro bei 1,2952 Dollar nach 1,2930 Dollar im späten US-Freitagshandel. "Das ist aber eher einem schwachen Dollar als einem starken Euro geschuldet", sagte ein Devisenhändler. Vor allem trübe Konjunkturdaten aus den USA vom Freitag setzten dem Dollar weiterhin zu.

"Es ist wieder deutlich geworden, dass die USA das Epizentrum der Krise sind", sagte Währungsanalyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Ein Ende des Aufwärtstrends des Euro über die Marke von 1,30 Dollar hinaus sei nicht zu erkennen. Die Gemeinschaftswährung legte auch gegenüber dem britischen Pfund Sterling, dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen zu.

"Der Markt wird in dieser Woche sehr aufmerksam auf die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke schauen", sagte HSBC-Analyst Rainer Sartoris. Die Stellungnahme des Chefs der Federal Reserve (Fed) vor dem Bankenausschuss des Senats am Mittwoch liefere womöglich Aufschlüsse darüber, was er gegen die anhaltende Konjunkturschwäche zu tun gedenke.

Unter Druck geriet die ungarische Landeswährung Forint, nachdem die Regierung in Budapest Forderungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU nach härteren Sparmaßnahmen abgelehnt hatte. Gegenüber dem Euro fiel die Währung Ungarns um 2,2 Prozent auf 288 Forint. Die Risikoaufschläge für zehnjährige ungarische Staatsanleihen stiegen auf 7,650 Prozent.

Auch die Spreads für irische Bonds mit gleicher Laufzeit zogen auf 5,569 Prozent an. Moody's stufte die Bewertung der Bonität Irlands auf "Aa2" von "Aa1" herunter.

Der Euro gab deshalb im frühen Handel kurz nach, fing sich dann aber wieder. "Der Markt ist gegen solche Nachrichten mittlerweile abgehärtet", sagte HSBC-Analyst Sartoris. Der Bund-Future fiel um 42 Ticks auf 128,75 Punkte. Die Rendite für Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit stiegen um 2,654 Prozent.

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