Währungen
Euro trotzt Einbruch des ZEW-Index

Trotz des unerwartet starken Einbruchs des ZEW-Konjunkturindex hat sich der Euro am Dienstag auf dem Vortagesniveau behauptet. Mit 1,2665 Dollar pendelte die Gemeinschaftswährung am Mittag um den EZB-Referenzwert vom Vortag.

HB FRANKFURT. „Die Leute glauben dem Index offenbar nicht ganz“, sagte ein Händler in Frankfurt. „Das widerspricht dem, was die EZB zuletzt gesagt hat.“ Der ZEW-Index, der die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktprofis misst, war im September überraschend deutlich auf minus 22,2 Punkte von minus 5,6 Punkten im August gefallen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf minus 7,8 Punkte gerechnet.

Einige Analysten erklärten die Reaktion der Devisenmärkte damit, dass der Index als nicht so verlässlich wie der Ifo-Geschäftsklima-Index gilt. Viele Anleger wollten zudem offenbar auch die am Mittwoch anstehende Zinssitzung der US-Notenbank (Fed) abwarten. Devisenhändler klagen seit Tagen über das geringe Geschäftsvolumen. „Das Geschehen an den internationalen Devisenmärkten droht wahrhaftig einzuschlafen“, stellen die Analysten vom Bankhaus Metzler in ihrem Tageskommentar fest. Dabei gebe es genügend politische Ereignisse, wie das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) am Wochenende in Singapur, und „nicht minder spannende wirtschaftliche Entwicklungen“. Schon am Vortag hatten weder die Ergebnisse der G-7-Beratungen noch ein Einbruch bei den Nettokapitalzuflüssen in die USA vor dem Hintergrund einer starken Ausweitung des US-Leistungsbilanzdefizits den Euro aus seiner engen Spanne herausholen können.

Derweil holte der Yen zum Dollar und zum Euro etwas auf. Bei dem G-7-Treffen war über die Yen-Schwäche geredet worden. Da in Japan am Montag die Märkte wegen eines Feiertages geschlossen waren, reagierten viele Anleger auf die Aussagen einiger Notenbanker erst am Dienstag. Unter anderem hatte EZB-Chef Jean-Claude Trichet erklärt, das Ende der Null-Zins-Politik in Japan und die Erholung der Wirtschaft sollten sich auch im Yen-Kurs niederschlagen. „Sie versuchen offensichtlich, den Yen hoch- und den Euro runterzureden“, sagte ein Händler. Der Dollar fiel auf 117,60 Yen von 117,95 Yen am Vorabend. Der Euro rutschte nach dem ZEW-Index unter 149 Yen von 149,80 Yen am Vorabend.

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