Währungen
Schweizer Firmen bereitet starker Franken Sorge

Die anhaltende Aufwärtsbewegung des Schweizer Franken bereitet einer wachsenden Zahl von Schweizer Firmen Kopfzerbrechen. Das geht aus einer Umfrage der Zentralbank hervor. Die Aufwertung der Schweizer Währung hält bereits seit Mitte 2007 an.
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HB ZÜRICH. In einer Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gaben 45 Prozent der befragten Firmen an, mit negativen Auswirkungen der Frankenaufwertung konfrontiert zu sein. Das sei eine bedeutende Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal, hieß es am Freitag im SNB-Quartalsheft. Im dritten Quartal hatten lediglich 28 Prozent der Firmen von Problemen aufgrund der Währungsentwicklung berichtet.

Die Franken-Aufwertung ist seit Mitte 2007 im Gang. Sie hatte sich aber zuletzt infolge der Euro-Schuldenkrise markant beschleunigt. Dieses Jahr zog der Franken zum Euro rund 15 Prozent an. Die SNB hatte die Franken-Aufwertung mit Euro-Käufen in Milliardenhöhe zu bremsen versucht.

Betroffen sind laut den SNB-Erkenntnissen vor allem Export-Betriebe der verarbeitenden Industrie. So mussten etwa Firmen der Maschinenindustrie oder Hersteller elektronischer Erzeugnisse tiefere Franken-Preise akzeptieren und entsprechend tiefere Gewinnmargen hinnehmen. Im Dienstleistungsgewerbe sei eine große Mehrheit von negativen Auswirkungen verschont geblieben. Der Einzelhandel leide in den Grenzgebieten darunter, dass mehr Schweizer im Ausland einkaufen. Die Branche insgesamt profitiere aber von günstigeren Einkaufspreisen im Ausland.

Preiserhöhungen, um die sinkenden Frankenerlöse zu kompensieren, konnten nur 20 Prozent der befragten Firmen durchsetzen. Andere suchen Entlastung auf der Kostenseite und denken an Personalabbau. Stark verbreitet seien auch Absicherungsstrategien, vor allem "Natural Hedging". Das heißt, dass die Firmen vermehrt ihre eigenen Vorprodukte aus dem Ausland beziehen. Ein gewisser Prozentsatz der Firmen mache sich "grundsätzliche strategische Überlegungen".

Die SNB-Umfrage bestätigt die Einschätzung des Chefs des Schweizer Uhrenkonzerns Swatch, der diese Woche vor den weitreichenden Folgen eines immer stärkeren Frankens für die Schweizer Industrie warnte. Swatch-Chef Nick Hayek forderte Banken auf, sich nicht an Wetten auf einen immer höheren Frankenkurs zu beteiligen.

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  • Der Euro wird meiner Meinung nach bewußt unter Druck gesetzt. Die USA haben horrende Schulden, ebenso die einzelnen Mitgliedsstaaten und Kommunen. Manche stehen schon vor der Pleite.
    im nächsten Jahr ist 1 billion !!!!! umzuschulden.
    Wer kauft den die Papiere, wenn die USA in der bewertung der Ratingagenturen ebenso abgestraft würden wie irland, Spanien oder Portugal?
    Keiner !!!!!
    Also muß der Euro unter Druck gesetzt und als schlechte Währung dargestellt werden, damit der Dollar gut darsteht und der Amiramsch gekauft wird.

    interessant ist auch die bemerkung zum hohen Frankenkurs und die Auswirkungen auf die Wirtschaft.

    Es gibt ja viele Leute, die sich die DM zurückwünschen. Dabei verlieren sie die Folgen aus dem blick. bei einer Exportwirtschaft wie der unsrigen führt das zum gleichen Ergebnis wie in der Schweiz.

    im Augenblick ist der schwache Euro für uns wie ein Konjunkturprogramm

  • Vielen Dank für diesen Artikel. Endlich mal wird Schluss damit gemacht die Schweiz als goldenes beispiel zu nennen. Das geht eine gewisse Zeit gut, aber auf Dauer kann die Schweiz auch keine Oase der Glückseligkeit bleiben. Hohe Löhne und starke Währung führt früher oder später bei einem Land ohne Rohstoffe zu erhöhter Arbeitslosigkeit. interessant ist aber auch die bemerkung des Swatch-Chefs, daß sich die banken nicht an Wetten gegen den Euro beteiligen sollten. Also doch nicht reine Marktwirtschaft die den Euro unter Druck bringt, sondern in hohen Maße auch Spekulanten.

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