Währungen
Spekulationen auf QE3 schwächen Dollar

Der Greenback fällt zum Yen auf Rekordtief. Der Euro hält sich vor dem EU-Gipfel über 1,39 Dollar. Anleger hoffen weiter auf Maßnahmen gegen die Schuldenkrise.
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FrankfurtSpekulationen auf eine weitere geldpolitische Lockerung in den USA haben den Dollar am Mittwoch unter Druck gesetzt. Zum Yen fiel der Greenback auf ein neues Rekordtief von 75,69 Yen. Gegenüber dem Schweizer Franken gab er bis auf 0,8726 Franken nach und markierte den tiefsten Stand seit knapp sechs Wochen. Es mehrten sich die Stimmen, die wieder auf zusätzliche Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank Fed wetteten, sagte ein Händler. Geschürt wurden die Spekulationen durch die Aussagen einiger Notenbank-Vertreter - zuletzt hatte der einflussreiche Chef der Fed von New York, William Dudley, gesagt, dass er wegen der andauernden schwierigen Wirtschaftslage in den USA weitere Ankäufe von Staatsanleihen durchaus für möglich halte.

„Die Fed bewegt sich auf neuerliche Maßnahmen zu“, prognostizierten die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Das Instrument der Wahl dürfte ihrer Einschätzung nach der Kauf hypothekengesicherter Anleihen sein, um damit die Hypothekenzinsen zu drücken. Mit einer Refinanzierung zu günstigeren Zinsen hätten die Haushalte dann mehr Geld für andere Zwecke zur Verfügung, erläuterten die Analysten.

Allerdings gehen die Experten nicht davon aus, dass Fed-Chef Ben Bernanke bereits nach der nächsten Sitzung Anfang November ein neues Kaufprogramm (“QE3“) verkünden wird. Die US-Notenbank habe bereits auf den letzen beiden Sitzungen eine ganze Reihe von geldpolitischen Änderungen auf den Weg gebracht. Zudem dürfte die Fed auch abwarten wollen, ob die Euro-Zone die Schuldenkrise in absehbarer Zeit in den Griff bekommt.

Bislang steht ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Beendigung des europäischen Schuldendilemmas noch aus. Auf den großen Befreiungsschlag sollten sich die Anleger wohl auch beim EU-Gipfel am Abend nicht einstellen. Nach Reuters-Informationen sind kaum konkrete Zahlen zu den größten Baustellen - Griechenland-Hilfen, Hebelwirkung beim Euro-Rettungsfonds EFSF und Kapitalstärkung der Banken - zu erwarten.? Der Euro hielt sich dennoch tapfer in Reichweite seines am Dienstag erreichten Sechs-Wochen-Hochs von 1,3959 Dollar - am Nachmittag notierte er bei 1,3936 Dollar. „Offenbar hoffen die Investoren noch immer, dass sie nach dem Gipfel zumindest etwas klarer sehen, wohin die Richtung geht,“ sagte ein Händler.

Sollten die Erwartungen enttäuscht werden, dürften am Rentenmarkt vor allem die Kurse der als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihen anziehen. Eine Rally sei für Donnerstag durchaus vorstellbar, sagte Achilleas Georgolopoulos, Stratege bei der Lloyds Bank in London. Am Mittwoch notierten die Bundespapiere leicht im Minus, die Rendite stieg auf 2,087 nach 2,063 Prozent im Schlussgeschäft vom Dienstag.

Für Italien wird derweil die Zinsbelastung größer: Bei der rund zehn Milliarden Euro schweren Emission sechsmonatiger und zweijähriger Anleihen musste das hoch verschuldete Land Anlegern am Mittwoch Renditen von 3,5 beziehungsweise 4,6 Prozent bieten. Dies ist jeweils der höchste Stand seit rund drei Jahren. „Auf den Auktionen lastet die Unsicherheit über die schwierige politische Situation in Italien und den Ausgang des EU-Gipfels“, sagte ING-Analyst Alessandro Giansanti. „Wenn es nicht bald eine klare Entscheidung zur Stärkung des EFSF gibt, werden Länder wie Italien und Spanien, die besonders von Ansteckungsgefahren bedroht sind, weiter leiden müssen.“ Die Rendite der zehnjährigen italienischen Papiere blieb knapp unter sechs Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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