Währungen
Verschnaufpause für den Euro

Kurs der europäischen Währung zieht um zwei Cents an und steigt wieder über 1,37 Dollar. Experten sehen aber noch kein Ende der Dollar-Stärke.

HB FRANKFURT. Die Bemühungen der Notenbanken um eine Beruhigung der Finanzmärkte haben dem Euro heute eine Verschnaufpause im Abwärtstrend beschert. Die zuletzt arg gebeutelte Gemeinschaftswährung stieg in der Spitze auf 1,3735 Dollar von knapp 1,3500 Dollar am Vorabend in New York. „Es sieht so aus, als hätten die Notenbanken entschieden, einzugreifen und den Druck herauszunehmen“, sagte Brian Dolan, Währungsstratege bei Forex.com in Bedminster, New Jersey. Händler verwiesen darauf, dass der Euro schon am Vormittag in einer technischen Gegenreaktion zugelegt hatte. Am Vortag war der Euro bis auf 1,3450 Dollar gefallen, nachdem er am Freitag noch über 1,38 Dollar notiert hatte.

Australiens Notenbank hatte mit einer Zinssenkung um einen vollen Prozentpunkt auf sechs Prozent die Märkte am Morgen positiv überrascht. Ähnliche konjunkturstützende Maßnahmen könnten auch von anderen Ländern kommen, sagten Händler. Die großen Notenbanken kündigten zudem am eine ganze Serie von Dollar-Geldspritzen für die Geldmärkte an. Damit soll den Banken, die sich gegenseitig seit Wochen kaum noch Dollar leihen wollen, über den Jahreswechsel hinaus Sicherheit gegeben werden. Die Fed kündigte an, künftig auch unbesicherte Commercial Papers als Sicherheit bei Krediten zu akzeptieren.

Der offenbar unstillbare Hunger der Banken weltweit nach Dollar-Mitteln ist Händlern zufolge mitverantwortlich für den Höhenflug der US-Währung. „Amerikanische Anleger und Hedge-Fonds lösen im großen Stil Positionen in anderen Währungen auf und führen die Gelder zurück in den Dollarraum“, erklärte ein Händler. Zum Teil brauchten sie das Geld, um ihre Schulden zu begleichen. „Zum Teil bunkern die Banken unter ihnen die Dollar bei der Zentralbank“, fügte er hinzu.

Die EZB legte den Referenzwert des Euro mit 1,3632 (Vortag 1,3634) Dollar fast unverändert zum Vortag fest. Allerdings war der Euro am Montagabend in New York unter 1,35 Dollar gerutscht. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) notierte der Euro unverändert mit 1,3573 Dollar. Zum Yen fiel er auf 138,28 Yen von 139,85 Yen am Vortag. Auch das Pfund Sterling erholte sich etwas und stieg über 1,76 Dollar von 1,7438 Dollar am Vorabend. Zum Yen holte der Dollar leicht auf 102,30 Yen von 101,30 Yen am Vorabend auf.

"Solange die Finanzkrise tobt und die Unsicherheiten anhalten, bleibt der Dollar gefragt", sagte Devisenexperte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Zudem sei von den im Tagesverlauf zu erwartenden Konjunkturdaten aus Deutschland kein Rückenwind zu erwarten. Vor diesem Hintergrund überwiege weiterhin das Abwärtsrisiko.

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