Währungseffekte belasten deutsche Aktien
Experten erwarten weitere Dollarschwäche

Händler, Investoren und Strategen rund um den Globus rechnen damit, dass der US-Dollar gegenüber Euro und Yen weiter nachgeben wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch viele deutsche Aktien könnten deshalb jedoch erneut unter Druck geraten. Vor allem Autowerte seien gefährdet, warnen Analysten.

pam/Bloomberg DÜSSELDORF. „Die Dollarschwäche wird weiter gehen“, prognostiziert beispielsweise Lyle Gramley, Berater bei Schwab Soundview Capital Markets in Washington. Zu schaffen machen dem Dollar vor allem die schwächere Nachfrage ausländischer Anleger nach US-Wertpapieren, das sich ausweitende Handelsdefizit und das langsamere US-Wirtschaftswachstum. Sogar ein klarer Sieg bei den US-Präsidentenwahlen würde nur kurzfristig für Erholung sorgen, meinen die Experten.

Allein in der vergangenen Woche hat der Dollar fast ein Prozent gegenüber dem Euro eingebüßt. Im Vergleich zum Yen hat er 1,4 Prozent verloren. Gegenüber einem handelsgewichteten Währungskorb der Fed hat der Dollar seit dem Amtsantritt von Bush im Januar 2001 sogar etwa 21 Prozent eingebüßt. Das ist der stärkste Rückgang seit der zweiten Amtszeit von Ronald Reagan, als der Greenback 35 Prozent verlor.

Während der schwächere Dollar die Umsatzzahlen von US-Unternehmen wie Gillette oder Avon Products beflügelte, hatte er jedoch keinen positiven Einfluss auf das Leistungsbilanzdefizit. Der Fehlbetrag weitete sich im zweiten Quartal auf 166,2 Mrd. Dollar aus, das entspricht 5,7 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Die USA müssen jedoch täglich etwa 1,8 Mrd. Dollar an ausländischem Kapital anziehen, um das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen und den Wert ihrer Währung zu halten. Das werde angesichts eines langsameren Wirtschaftswachstums und Renditen von etwa vier Prozent bei zehnjährigen Staatsanleihen schwierig, erwartet Ryan Faulkner, Devisenstratege bei Lehman Brothers in London.

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