Währungsrisiko
Starker Dollar gefährdet US-Konzernbilanzen

US-Unternehmen, die einen Großteil ihres Geschäfts außerhalb der USA machen, könnten wegen der starken heimischen Währung Gewinneinbußen erleben. Doch eine Branche kann sich dem Währungsrisiko entziehen.
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New YorkDie US-Unternehmen dürften in der gerade begonnen Berichtssaison in einigen Fällen die schwächsten Quartalsberichte seit vier Jahren vorlegen. Dabei spielen die Stärke des Dollar und die Auswirkungen auf das Exportgeschäft eine wichtige Rolle.

Die Gewinne des Dollar zu Yen, Euro und venezolanischem Bolivar werden bei Unternehmen außerhalb des Finanzsektors im Standard & Poor's 500 Index zu einem Gewinnrückgang von einem Prozent im 2. Quartal beitragen. Dies wäre die zweitschwächste Entwicklung seit 2009.

Unternehmen, die einen Großteil ihres Geschäfts außerhalb der USA machen, werden nach Schätzungen von Bloomberg naturgemäß am meisten beeinträchtigt. Die Gewinne je Aktie von rund zwei Dutzend Firmen aus dem S&P 500, die mindestens die Hälfte ihres Umsatzes in der Region Asien Pazifik erzielen, sind im Schnitt um 17 Prozent gesunken, während ihre Umsätze nur um 3,5 Prozent zurückgegangen sind. Diese Entwicklung könnte anhalten: Analysten erwarten noch drei weitere Quartale mit Schwäche bei Euro und Yen.

„Unternehmen sind keine Devisenhändler. Somit müssen sie mit dem Risiko des Auslandsgeschäfts zurechtkommen”, sagte Nick Raich, Leiter von Earnings Scout, einem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut in Cleveland.

Das Währungsrisiko trifft auf ein ohnehin angespanntes wirtschaftliches Umfeld. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Vorhersage für das Weltwirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf 3,1 Prozent gesenkt, nachdem er im April noch von 3,3 Prozent ausgegangen war. Für die USA senkte der IWF seine Prognose von 1,9 auf 1,7 Prozent.

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„Dafür haben die Unternehmen gleich eine Ausrede“

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