Währungsturbulenzen
Trichet treibt den Euro kurz über 1,40 Dollar

Der Euro steigt immer weiter. Der Markt sei auf die laxe Geldpolitik der US-Notenbank fixiert, sagen Händler. Die könnte schon bald neue Maßnahmen ankündigen. Heute rückt aber auch die Europäische Zentralbank in den Fokus. Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bewegen den Markt.
  • 2

HB FRANKFURT. Der Euro hat es geschafft. Die Gemeinschaftswährung schaffte kurz den Sprung über die Marke von 1,40 US-Dollar. Das war mehr als ein halber Cent höher als am Vorabend in New York und so hoch wie seit Februar nicht mehr. Anschließend setzten Gewinnmitnahmen ein, doch bleibt der Euro extrem stark.

Grund für den weiteren Höhenflug waren Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zu den weltweiten Wechselkursen. Trichet hat sich für Wechselkursreformen ausgesprochen.

Das Pfund Sterling ist nach dem Zinsentscheid der Bank of England am Donnerstag ebenfalls auf ein Acht-Monats-Hoch zum Dollar geklettert. Die britische Währung verteuerte sich bis auf 1,6019 Dollar. Der Euro fiel auf bis zu 87,33 Pence.

Die Londoner Notenbank hatte wie erwartet ihren Leitzins bei 0,5 Prozent und ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen bei 200 Milliarden Pfund belassen. Händlern zufolge sei diese Entscheidung zwar vielfach erwartet worden, im Markt sei jedoch über eine Ausweitung der Politik des billigen Geldes spekuliert worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für die Euro-Zone ebenfalls auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent belassen. EZB-Präsident Trichet will die Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft bis auf weiteres beibehalten.

Die Erwartung, dass die US-Notenbank zur Stützung der Wirtschaft erneut ihre Geldschleusen öffnen wird, hatte den Dollar zuletzt unter Druck gesetzt. "Mit jedem schwachen Konjunktursignal wird die Wahrscheinlichkeit für eine quantitative Lockerung der US-Geldpolitik größer", kommentierte HSBC-Trinkaus-Chefvolkswirt Stefan Schilbe einen unerwarteten Rückgang der Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft.

Einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge ist die Zahl der Stellen im Privatsektor der USA im September um 39 000 gesunken, während von Reuters befragte Analysten ein Plus von 24 000 erwartet hatten. "Das ist ein klares Signal, dass der US-Arbeitsmarkt alles andere als rund läuft, mit den entsprechenden Folgen für die Geldpolitik", sagte Schilbe. Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht wird am Freitag veröffentlicht. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Arbeitslosenquote wenig verändert nahe der Zehn-Prozent-Marke bewegt.

Seite 1:

Trichet treibt den Euro kurz über 1,40 Dollar

Seite 2:

Kommentare zu " Währungsturbulenzen: Trichet treibt den Euro kurz über 1,40 Dollar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es handelt sich bei den FED Maßnahmen um false flag Operationen.Es geht nicht um beseitigung der Arbeitslosigkeit oder Ankurbelung der US industrie -die es in weiten Teilen gar nicht mehr gibt- sondern einzig und allein um neues Spielgeld für das Spielkasino,das den bürgern via inflation aus der Tasche gezogen wird.Der Spielhöllenbesitzer ,der große Zampano,kassiert das Geld wieder ein.Das Geld wechselt nur die Hände.

  • Geldspritzen, um die Wirtschaft "in gang" zu bringen. So ein haarsträubender Unfug. Stiglitz hat vollkommen recht, die magischen FED-Geldspritzen bringen überhaupt nichts außer neuen Crash-risiken. es geht doch hier nur darum, der wallstreet und den investmentbankern neue milliarden zuzuschieben. Der konsum soll angefacht werden- resultat ist dann ein noch größeres Leistungsbilanzdefizit, weil sie ja die eigenen Güter nicht mögen, sondern importiertes zeug kaufen. ich meine, daß der US-konsum weit überzogen ist und ein kräftiger einbruch genau das richtige ist- auch für deutschland mit seinem Exportwahn das richtige signal. abwärts wird es jetzt gehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%