Warten auf US-Daten
Euro scheitert zunächst an 1,24-Dollar-Marke

Der Euro hat sich am Donnerstag wieder deutlich von der am Vorabend im US-Handel nur knapp verfehlten Marke von 1,24 Dollar entfernt.

HB FRANKFURT. Am Nachmittag zahlten Frankfurter Devisenhändler für die europäische Gemeinschaftswährung 1,2325 Dollar. Zuvor war der Euro auf 1,2395 Dollar geklettert - den höchsten Stand seit rund sieben Monaten. Hintergrund waren neue Spekulationen auf ein bevorstehendes Ende des Zinszyklus in den USA und negative Kommentare des Internationalen Währungsfonds (IWF) zum Haushalts- und Handelsbilanzdefizit der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die Europäische Zentralbank beließ den Referenzkurs für den Euro am Nachmittag wie am Vortag bei 1,2346 Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX gab der Euro auf 1,2322 (1,2343) Dollar nach.

Devisenanalystin Antje Praefcke von der Commerzbank machte für den Rückschlag des Euro charttechnische Widerstände in dem Bereich um 1,24 Dollar verantwortlich. „In dieser Höhe gibt es deutliches Verkaufsinteresse.“ Am frühen Nachmittag setzte der wöchentliche US-Arbeitsmarktbericht dem Euro weiter zu.

Insgesamt haben in der Woche vor Ostern 303.000 US-Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, etwas weniger als von Ökonomen erwartet. „Das zeigt, dass die US-Wirtschaft weiter robust wächst, und stützt tendenziell den Dollar“, sagte Michael Rottmann von der HVB. Allerdings warte der Markt gespannt auf die für 18.00 Uhr MESZ angekündigte Veröffentlichung des viel beachtete Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia (18.00 Uhr MESZ). „Das wird heute die Zahl des Tages, weil dann eine echte neue Indikation für das Wirtschaftswachtum in den USA vorliegt. Vorher positionieren sich die Anleger und viele Kursbewegungen sind dann auch zufällig und nicht nachhaltig“, sagte ein Devisenhändler.

Von Reuters befragte Volkswirte rechnen mit einem leichten Anstieg des Index auf 14,0 von 12,3 Punkten im März. Der Index gilt als guter Indikator für die Konjunkturerwartungen in der US-Industrie und als Vorläufer des kommende Woche anstehenden landesweiten Einkaufsmanagerindex.

Insgesamt seien die meisten Marktteilnehmer derzeit negativ zum Dollar eingestellt, urteilte Praefcke. Sollten die Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft diese Einschätzung untermauern, könne der Euro bis in die Gegend von 1,2460 steigen. Auch weitere Äußerungen von Seiten des IWF oder der Weltbank, die am Wochenende tagt, dürften ihrer Meinung nach in den Handelsräumen negativ interpretiert werden und den Dollar in den kommenden Tagen weiter unter Druck setzen.

Zum Yen stieg der Euro am Donnerstag auf den höchsten Stand seit seiner Einführung an den Finanzmärkten und wechselte für 145,45 den Besitzer. Devisenanalysten machten dafür die derzeitige Stärke des Euro zu wichtigen Weltwährungen verantwortlich. „Solche Kreuzeffekte zwischen den Währungen sind häufig zu beobachten“, erklärte ein Devisenhändler. Ein Dollar kostete am Nachmittag 117,64 Yen.

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