Warten auf US-Indikator
Euro-Kurs von Tagestief erholt

Der Euro hat sich am Donnerstag zum Dollar etwas erholen können. Händler begründeten die Kursbewegung damit, dass die Anleger nun harte Fakten sehen wollten, die den Zustand der US-Konjunktur belegen.

rtr FRANKFURT. „Händler wollen mehr US-Indikatoren sehen, um einschätzen zu können, ob die Konjunkturerholung Wirklichkeit wird“, sagte ein Analyst. US-Notenbankchef Alan Greenspan habe es am Mittwoch versäumt, neue Impulse zu geben, indem er vor dem US-Kongress weitgehend seine Äußerungen vom Dienstag wiederholt habe. Mit Spannung wird Analysten zufolge die Veröffentlichung des Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly-Fed) gegen 18.00 Uhr MESZ abgewartet.

„Der Markt wartet auf die Philly-Fed und auf Unternehmenszahlen“, sagte Devisenstratege Steven Saywell von der Citibank. Von Reuters befragte Analysten erwarten für den Philly-Fed-Index für Juli im Schnitt einen Anstieg auf 7,0 Punkte nach 4,0 Zählern im Juni. Zahlen unter Null deuten auf eine Abschwächung des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia im Westen der USA hin, positive Werte signalisieren ein Wachstum.

Am Nachmittag notierte der Euro mit 1,1216 Dollar, nachdem er am Vortag auf ein Zwei-Monats-Tief von 1,1109 Dollar gefallen war. Vor gut einem Monat hatte die Gemeinschaftswährung mit 1,1932 Dollar noch ein Allzeithoch zur US-Währung markiert. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1232 (Mittwoch 1,1142) Dollar festgelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs mit 1,1231 (1,1138) Dollar.

Ein negativer Ausblick des finnischen Handy-Herstellers Nokia für das dritte Quartal 2003 stützte den Euro. Während die Aktienkurse daraufhin unter Druck gerieten, kauften die Anleger wieder Anleihen. Da die Anleihen aus der Euro-Zone höhere Renditen bieten als etwa die aus den USA floss Kapital in den Euro. Die Futures auf die wichtigsten Aktienindizes der USA signalisierten eine negative Eröffnung des Aktienhandels in New York.

Der Dollar stehe nach dem jüngsten kräftigen Kursanstieg unter Konsolidierungsdruck, sagten Händler. Der positive Grundton bleibe aber erhalten. US-Finanzminister John Snow hatte am Mittwoch bekräftigt, es gebe keine Änderung der langfristigen Politik eines starken Dollar.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA deuten nach Worten Greenspans immer stärker auf eine allmähliche Belebung der weltgrößten Volkswirtschaft hin. Beim zweiten Teil seiner Anhörung vor dem US-Kongress hatte Greenspan prognostiziert, die Konjunktur werde nach ihrer leichten Rezession wahrscheinlich nicht so stark an Fahrt gewinnen wie nach Abschwungphasen üblich. „Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Zyklus“, hatte der Notenbankchef gesagt. Zuletzt seien aber vermehrt Konjunkturdaten besser ausgefallen als erwartet, was auf eine allmähliche Belebung hindeute.

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