Warten auf US-Lagerbestanddaten
Ölpreis vor Sprung über 100-Dollar-Marke

Der Ölpreis ist am Mittwochmorgen zum ersten Mal über die Marke von 98 Dollar je Barrel gestiegen und nähert sich damit immer mehr der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Mit Spannung werden nun neue Lagerbestandsdaten aus den USA erwartet. Für die rasche Verteuerung nennen Marktbeobachter derweil eine Reihe von Gründen.

HB SINGAPUR. Der Preis für den Dezember-Kontrakt auf ein Barrel der Sorte Light Sweet Crude kletterte am frühen Mittwoch im elektronischen Handel auf das historische Hoch von 98,03 Dollar. Marktbeobachter nannten einen Anschlag auf eine wichtige Ölpipeline im Jemen als einen Grund für den Anstieg.

Außerdem wird erwartet, dass die am Nachmittag anstehenden Lagerbestandsdaten aus den USA einen Rückgang aufweisen werden. Für die am Mittwochnachmittag anstehenden Rohölvorräte rechnen von Thomson Financial News befragte Volkswirte mit einem Rückgang um 1,7 Millionen Barrel. Bereits jetzt liegen die Rohölbestände laut Experten auf ihrem niedrigsten Stand seit etwa zwei Jahren.

„Es gibt einen Trend zur Marke von 100 Dollar“, sagte Analyst Victor Shum von Purvin & Gertz in Singapur. Über allem liegt die Sorge, ob die Vorräte für die beginnende Heizperiode auf der Nordhalbkugel ausreichen. Auch die für Europa wichtige Nordseesorte Brent legte am Dienstag in London zu und notierte bei deutlich über 92 Dollar je Fass.

Händler begründeten die anhaltende Rekordjagd der Ölpreise außerdem mit dem weiter schwachen Dollar, der in der US-Währung notierten Rohstoffe billiger für Investoren mache.

Seit August dieses Jahres hat sich der US-Ölpreis um fast 30 Dollar oder etwa 40 Prozent verteuert. Grund ist unter anderem die US-Hypothekenkrise, die Rohstoffe als alternatives Anlageobjekt für Investoren zusehends attraktiver werden ließ. Zudem verweisen Analysten auf Spekulationen, die die Ölpreise deutlich über ihr fundamental zu rechtfertigendes Niveau getrieben hätten.

Die Förderung von Erdöl und Erdgas ist in Deutschland unterdessen weiter gesunken. Wie der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung in Hannover mitteilte, lag die heimische Erdölproduktion in den ersten neun Monaten mit 2,6 Mill. Tonnen 2,2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Erdgasförderung sank sogar um 8,7 Prozent auf 12,6 Mrd. Kubikmeter.

Die Produktion aus älteren deutschen Feldern gehe zurück, erklärte der Verband. Zugleich sei es in Deutschland immer schwieriger, neue Felder zu erschließen.

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