Wechselkurs
USA sagen billigem Yuan den Kampf an

Die USA machen im Währungsstreit mit China Ernst. Zankapfel ist der vermeintlich niedrig gehaltene Wechselkurs zwischen Dollar und Yuan. Der Kongress legt die Basis für Strafzölle: In Zukunft könnten die USA auf chinesische Importgüter Ausgleichszölle erheben.
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HB NEW YORK. Im Währungsstreit mit China legen die USA wenige Wochen vor den Kongresswahlen eine härtere Gangart ein. Am Freitag stimmte ein Ausschuss des Repräsentantenhauses für eine Gesetzesvorlage, die künstlich niedrig gehaltene Wechselkurse kritisiert und als Export-Subvention brandmarkt. Wird das Gesetz verabschiedet, könnten die USA auf chinesische Importgüter Ausgleichszölle erheben. Bei der Abstimmung im Repräsentantenhaus in der kommenden Woche wird ein Durchwinken der Vorlage erwartet. Wann sich der Senat mit dem Thema befasst, ist noch unklar. Einige Senatoren haben bereits betont, dass sie nicht unter Zeitdruck vor den Wahlen entscheiden möchten. Zudem ist eine Mehrheit für das Gesetz in der Kammer mehr als unsicher. Ausschuss-Mitglied Sander Levin begrüßte die Entscheidung.

Durch das Gesetz würden die USA neue Werkzeuge im Kampf gegen die „Währungsmanipulation“ erhalten. Chinas anhaltende Manipulation sei eine große Bedrohung für den internationalen Handel, betonte der Demokrat. An den ausländischen Devisenmärkten wirkte sich die Zustimmung des Ausschusses kaum aus. „Es wird nicht allzu viel Auswirkung auf die Währungsmärkte haben“, sagte Währungsanalyst John Doyle von Tempus Consulting. Es sei eher rhetorisch.

Die Bestätigung durch den Ausschuss kam einen Tag, nachdem US-Präsident Barack Obama seinen Ton gegenüber China verschärft hat. Am Rande der UN-Vollversammlung redete er mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao Klartext, wie Obamas außenpolitischer Berater nach der Unterredung mitteilte. „Der Präsident hat klargemacht, dass wir auf chinesisches Handeln setzen. Falls es nicht dazu kommt, haben wir andere Möglichkeiten, die US-Interessen zu schützen“, sagte Jeffrey Bader. Er verwies zudem daraufhin, dass Obama bereits mehrere Beschwerden bei der Welthandelsorganisation (WTO) wegen der chinesischen Handelspraktiken auf den Weg gebracht habe.

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  • Nicht der Yuan ist unterbewertet, sondern der Dollar ist überbewertet, und einige anderen Währungen vielleicht auch.

  • Ein richtiger Schritt. Jetzt müssen andere Länder folgen.

    Es sollte eine Regel geben, dass jede Währung der Länder, die Mitglieder bei der Welthandelsorganisation sind, flexible Währungen haben müssen. Wenn Chinas Währung frei handelbar wäre, würde der Wert viel höher sein, also ist der Yuan unterbewertet.

    Wenn China wirklich so große Pleitewelle befürchtet bei einer Aufwertung von nur 20%, dann ist ein weiterer beweis für Unterbewertung des Yuan.

  • Armer Obama. Wie verzweifelt muss dieser Mann sein?

    Den Niedergang der USA kann man nun schon im Stundentakt verfolgen. Mir tun nur die Millionen Obdachlosen, Arbeitslosen und Hoffnungslosen leid.

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