Wechselkurse
Experten über Greenback uneins

Vermögensverwalter streiten über die Richtung der Dollarkurse. Anlger sind verunsichert. Mit welcher Entwicklung ist zu rechnen? Welche Prognosen sind plausibel? Die wichtigsten Positionen und Argumente im Überblick.

FRANKFURT. Vermögensverwalter sind uneins über die künftige Richtung des US-Dollars. Skeptiker raten Anlegern aus dem Euroraum eher von US-Dollaranlagen ab. Dahinter steht die Überlegung: Je stärker der Dollar fällt, umso stärker fällt auch der Euro-Gegenwert etwa von US-Aktien oder auf US-Dollar lautenden Anleihen (Bonds). Dollar-Optimisten empfehlen dagegen das Gegenteil, weil Euro-Anleger bei steigendem Dollar Währungsgewinne einfahren können. Typischerweise schlagen die Währungsentwicklungen bei Anleihen deutlicher auf den Endertrag des Anlegers durch als bei Aktien.

Zu den Skeptikern zählt Dieter Schwarz, Fondsmanager bei Union Investment: "Wir beobachten, dass bei steigenden Aktienkursen der Dollar eher schwächelt. Bei dieser Betrachtungsweise sollten Euro-Anleger, die mit weiter guten Börsen rechnen, eher im Euroraum bleiben." Ähnlich sagt er zu Dollaranleihen: "Eher unattraktiv, Euro-Anleger bekommen hier wahrscheinlich günstigere Einstiegskurse auf niedrigerem Dollarniveau."

Stefan Hofrichter, Stratege bei Allianz Global Investors, denkt dagegen über einen baldigen Tendenzwechsel nach. Die aktuelle Dollarschwäche spiegelt seiner Analyse nach unter anderem eine steigende Risikobereitschaft der Investoren wider. Aktien und Unternehmensanleihen sollten davon profitieren. Er sagt aber: "Wenn die Konjunkturdaten, insbesondere in den USA, wieder abkühlen, könnte sich der jüngste Markttrend wieder umkehren. Ein Indiz dafür ist der hohe Verschuldungsgrad der privaten Haushalte. In diesem Fall wäre eine neutrale Positionierung von Aktien zu empfehlen."

Ganz anders sieht Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, die Lage. Er beruft sich auf den noch einmal verschärften Finanzbedarf der US-Wirtschaft durch die Finanzkrise. Nun benötige der Staat Kapital, nicht mehr die privaten Verbraucher. Der Weltfinanzmarkt zweifele gegenwärtig daran, ob dieser Kapitalbedarf reibungslos gestillt werden könne, so dass der Dollar abwerte. "Wir gehen allerdings davon aus, dass die US-Wirtschaft sich als robust erweisen wird und erwarten für 2010 wieder einen stärkeren US-Dollar", resümiert der Dekabank-Mann.

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