Weitere Dollar-Bindungen fallen
Yuan-Aufwertung treibt asiatische Währungen

Die überraschende Aufwertung der chinesischen Währung ist nach Angaben der Zentralbank in Peking nur ein erster Schritt. „Wir haben eine erste Anpassung des Wechselkursniveaus um zwei Prozent vorgenommen“, sagte Notenbankchef Zhou Xiaochuan am Samstag im staatlichen Fernsehen.

TOKIO/NEU-DELHI. Die Zentralbank werde bei der Reform des Wechselkurssystems schrittweise vorgehen. „Chinas Kaufkraft ist gewachsen, die Währung ist stärker und hat einen höheren Wert. Die positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft werden viel, viel größer sein als die negativen Folgen.“ Am Donnerstag hatte China den Yuan um 2,1 Prozent zum Dollar aufgewertet. Gleichzeitig wurde die jahrzehntelange Kopplung der Landeswährung an den Dollar gelockert. Die Stabilität des Yuans soll nun mittels eines Korbes aus verschiedenen Währungen gesteuert werden. Zu den Nicht-Dollar-Währungen setzte die Notenbank eine Bandbreite von plus/minus 1,5 Prozent fest. Zum Dollar soll der Yuan höchstens um 0,3 Prozent nach oben oder unten schwanken dürfen.

Die Aufwertung der chinesischen Währung zog andere asiatische Währungen mit in die Höhe. Der Aufwertungsdruck dürfte Analysten zufolge anhalten. Da die Anhebung des Yuans mit 2,1 Prozent schwächer als erwartet ausgefallen ist, halten sich die realen Auswirkungen auf Asiens Volkswirtschaften zwar in engen Grenzen. Doch wird am Markt mit einem weiteren Wertgewinn der chinesischen Währung gerechnet; und dies dürfte neues Anlagekapital in asiatische Währungen lenken. „Viele asiatische Währungen sind unterbewertet und dürften nun starke spekulative Zuflüsse sehen, die auch in Aktien gehen können“, meint Bhanu Baweja von UBS in Singapur. Stärkerer Aufwertungsdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Japan, Südkorea, Malaysia oder Indien ihre Interventionen verschärfen. Das würde wiederum deren Devisenreserven weiter anschwellen lassen.

Der südkoreanische Finanzminister Han Duck Soo warnt bereits, sein Land werde „präventive und starke Schritte“ unternehmen, damit der Won nicht schnell gegen den Dollar aufwerte. Die südkoreanische Währung kletterte bereits um 1,2 Prozent auf 1 023 Won je Dollar. Die Deutsche Bank sieht ihn bis Jahresende um weitere vier Prozent steigen. Japans Finanzminister Sadakazu Tanigaki erklärte, sein Land müsse die Devisenmärkte genau beobachten. Damit weckte er Spekulationen, Japan könnte seine Währungsinterventionen nach mehr als einjähriger Pause wieder aufnehmen. Viele Analysten rechnen daher nicht damit, dass der Yen in den kommenden drei Monaten weit unter die Marke von 108 Yen zum Dollar fällt. Eine Spanne von 108 bis 113 Yen gilt als am wahrscheinlichsten.

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