Weitere Eingriffe: Japan will seine Währung um jeden Preis schwächen

Weitere Eingriffe
Japan will seine Währung um jeden Preis schwächen

Der starke Yen belastet die japanische Exportwirtschaft. Schuld daran seien Spekulanten, meint Japans Finanzminister. Er kündigt an, alles zu tun, um die eigene Währung zu schwächen. Denn das liege im nationalen Interesse.
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TokioNach der Rekord-Intervention am Devisenmarkt im vergangenen Jahr schließt Japans Finanzminister Jun Azumi weitere Eingriffe nicht aus. „Wenn spekulative Schritte offensichtlich werden, der Markt von ökonomischen Fundamentaldaten abweicht und Spekulanten die Märkte in ihrem eigenen Interesse verzerren, werde ich jegliche Schritte unternehmen, um Japans nationale Interessen zu schützen“, kündigte Azumi am Dienstag an. Er schließe dabei keine Maßnahmen aus. Der Finanzminister hofft, mit seinen Worten Händler davon abzuhalten, die starke japanische Landeswährung noch höher zu treiben.

Japan hatte sich im Herbst mit der enormen Devisen-Intervention gegen den Höhenflug des Yen gestemmt. Daten der Notenbank signalisierten, dass die Behörden dabei Yen im Wert von umgerechnet fast 100 Milliarden Dollar verkauften. Am Markt wird vermutet, dass das Land erneut eingreifen könnte, wenn der Dollar deutlich unter das Rekordtief von 75,31 Yen fällt. Am Dienstag wurde die US-Währung zu 76,60 Yen gehandelt.

Der Euro hat sich am Dienstag im fernöstlichen Handel kaum bewegt. Trotz der Hängepartie bei der Rettung Griechenlands blieben die Märkte optimistisch, dass es am Ende doch noch zu einer Einigung kommen würde. Trotzdem verwiesen Händler darauf, dass sich die Gemeinschaftswährung ohne eine Vereinbarung weiter in bewegtem Wasser befinde. Die europäische Einheitswährung stagnierte bei 1,3099 Dollar. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9211 Franken je Dollar und bei etwa 1,2060 Franken je Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Energieelite ! Jeder Schüler einer 7.Klasse aus bildungsfernen Familien gibt durchdachtere Kommentare ab.

  • In wenigen Monaten wird Japan sein Geld zurückholen, um die Währung zu stützen. Der starke Yen kommt nur zustande, weil viele Japaner ihr Geld nach Hause holen.

  • Ja, das funktioniert !
    Dann fährt der deutsche Durchschnittsmichel nach Honshu statt Malle und kauft statt Daimler oder BMW einen Lexus oder Infinity , unter druck kommen deutsche Arbeitsplätze .

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