Weitere Förderkürzungen denkbar
Opec dreht am Ölhahn

Die Opec-Staaten haben bei einem Sondertreffen wie erwartet eine Drosselung ihrer täglichen Produktionsmenge beschlossen, um den Preisverfall zu stoppen. Die Drosselung fiel allerdings höher aus als allgemein angenommen.

HB DOHA. Das Ölkartell einigte sich auf eine Kürzung der Ölfördermenge um 1,2 Mill. Barrel pro Tag. Ab dem 1. November werden pro Tag 26,3 Mill. Barrel Öl gefördert, teilte der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed Bin Dhaen al Hamili, am Freitag nach dem Treffen mit seinen Kollegen der Organisation Erdöl exportierender Staaten in der katarischen Hauptstadt Doha mit. Die am 1. November in Kraft tretende Förderkürzung ist die erste der Opec seit Dezember 2004.

Die Drosselung der Fördermenge war angesichts des Rückgangs des Ölpreises erwartet worden. Allerdings hatte vor Beginn der Konferenz in Doha am Donnerstagabend allgemein eine Verringerung der täglichen Produktion um lediglich eine Million Barrel als Marke im Raum gestanden. Der Ölpreis liegt derzeit mehr als 25 Prozent unter dem Rekord von Mitte Juli, als 78,40 Dollar pro Barrel fällig wurden. Marktbeobachter rechnen auch nach der Förderkürzung nicht mit dramatischen Preissteigerungen, da die Öl-Läger weltweit gut gefüllt sind.

Khalil sagte, sie werde von allen Opec-Mitgliedern, die Quoten unterliegen, mitgetragen. Ausgenommen wurde nur der Irak, der nach dem Krieg immer noch Probleme hat, seine Ölindustrie wieder in die Gänge zu bekommen. Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez erklärte nach der Sitzung, vielleicht müsse die Opec bei ihrem Treffen Mitte Dezember im nigerianischen Abuja eine zusätzliche Drosselung um 500 000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) beschließen. Auch der der katarische Energieminister Abdullah bin Hamid al Attijah sagte, eine weiter Produktionskürzung sei nicht auszuschließen.

Der Preis für US-Öl war vor Beginn der Doha-Konferenz zwar angezogen. Insgesamt ist Öl aber weiter rund 20 Dollar billiger als im Sommer. Nächstes Jahr wird allgemein ein Rückgang der Nachfrage erwartet, zumal die Öllager in dem wichtigen Abnehmerland USA gut gefüllt sind.

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